Bilanzsorgen und Gewinnmitnahmen
Erneut dunkle Wolken am Aktien-Himmel

Spekulationen um Bilanzierungsfehler beim US-Pharmakonzern Merck sowie Gewinnmitnahmen als Reaktion auf die jüngsten Kurssteigerungen haben die deutschen Aktienwerte am Montag unter Druck gesetzt.

Reuters FRANKFURT/M. "Merck ist schon eine psychologische Belastung. Es scheint immer mehr Einzelfälle zu geben", sagte der Aktienstratege Christian Kahler von der DZ Bank. Einem Medienbericht zufolge hatte Merck in den vergangenen Jahren bei einer Tochter Umsätze von insgesamt rund 12,4 Milliarden Dollar verbucht, ohne dass diese das Geld auch tatsächlich eingenommen hat. Im US-Handel fielen die Merck-Aktien dort um bis zu 4,6 Prozent.

Der Deutsche Aktienindex schloss am Abend 0,9 Prozent schwächer bei 4442,33 Zählern, während der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 1,2 Prozent auf 575,52 Punkte verlor. Der Nebenwerte-Index MDax lag unterdessen 0,2 Prozent im Plus bei 3911,69 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien gab um 0,5 Prozent auf 3072,90 Zähler nach.

Keine Panik-Verkäufe

Zu Panikverkäufen wie beim Bekanntwerdern von milliardenschweren Fehlbuchungen durch den US-Telekomkonzern WorldCom vor einigen Wochen sei es diesmal nicht gekommen, sagten Händler. Ein Großteil der Kursverluste sei auf Gewinnmitnahmen nach dem kräftigen Plus vom Freitag zurückzuführen. Der Dax hatte 5,3 und der Nemax50 sogar 7,4 Prozent fester geschlossen.

Insgesamt werde das Thema Merck überbewertet, sagte ein Händler. Viele Anleger suchten offenbar nur eine Gelegenheit, um die Kurse auf ein günstiges Wiedereinstiegsniveau zu drücken. Die nachgebenden US-Börsen trübten die Stimmung in Deutschland zusätzlich ein, hieß es weiter.

Technologiewerte von Gewinnmitnahmen belastet

Die Technologiewerte wurden Marktteilnehmern zufolge am Montag hauptsächlich von Gewinnmitnahmen belastet. Der Branchenindex für diesen Sektor im Dax fiel um ein Prozent, nachdem er Ende vergangener Woche insgesamt zwölf Prozent zugelegt hatte. Der Fondsmanager Frank Bräunig von Commerzbank Investment Management äußerte sich optimistisch zu den weiteren Aussichten der Branche.

Die größten Verluste im Dax verbuchten jedoch Fresenius Medical Care mit einem Minus von fünf Prozent auf 50,55 Euro. Händler machten eine technische Reaktion auf den knapp 15-prozentigen Kursanstieg in der vergangenen Woche hierfür verantwortlich.

Eon im Rückwärtsgang

Unterdessen verloren die Aktien von Eon 2,2 Prozent auf 58,50 Euro. Der Energieversorger erwartet eigenen Angaben zufolge im Zuge der Übernahme von Ruhrgas Beteiligungsverkäufe mit einem Volumen von drei Milliarden Euro. Am Freitag hatte das Wirtschaftsministerium unter härteren Auflagen als zuvor von Marktteilnehmern erwartet eine Ministererlaubnis für diese Transaktion erteilt.

Nach dem endgültigen Scheitern der Gespräche zur Rettung von Babcock wird das Insolvenzverfahren nach Angaben des Unternehmens fortgesetzt. Rettungsbürgschaften des Landes für den angeschlagenen Maschinenbauer seien aber weiterhin denkbar, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD). Die Babcock-Aktien schlossen 50 Prozent im Minus bei 0,84 Euro.

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