Bilanzvorlage
VW will Rekordgewinn vom Vorjahr halten

Der neue VW-Chef Bernd Pischetsrieder will den Wolfsburger Konzern trotz deutlich spürbarer Konjunkturbremse mit Turbo-Tempo weiterführen. "Es ist unser Ziel, das Rekordergebnis des Jahres 2001 mindestens zu halten", kündigte er am Dienstag bei der Vorlage der Bilanz in Wolfsburg an.

dpa WOLFSBURG. Der Konzern hatte bei einem Umsatzplus von 6,5 % auf 88,54 Mrd. Euro einen Gewinn nach Steuern von knapp 2,93 (2000: 2,61) Mrd. Euro erzielt. Bei leicht auf 5,1 Mill. Fahrzeuge gesunkenem Absatz wurde der Weltmarktanteil um 0,2 Punkte auf 12,4 % ausgebaut. VW peilt einen Anteilsgewinn bei rückläufigem Weltmarkt an.

Der 54-Jährige zeigte sich bei seiner ersten Bilanz-Präsentation als designierter VW-Vorstandsvorsitzender trotz düsterer Aussichten für das erste Quartal souverän und selbstbewusst. Sein zum 16. April ausscheidender Vorgänger Ferdinand Piech überließ dem ehemaligen BMW-Chef weitgehend das Feld. "Er soll alles so machen, wie er es für richtig hält. Das ist mein einziger Rat", sagte Piech, nach Ratschlägen befragt. Der Bayer bezog alle Vorstandskollegen in die Präsentation ein, bewies jedoch pointiert Detailkenntnis und demonstrierte zurückhaltend, aber bestimmt seinen Führungsanspruch.

Pischetsrieder räumte ein, dass die Auslieferungen des Konzerns im ersten Quartal mit rund 1,18 Mill. Fahrzeugen um 6,5 % zurückgehen werden, während der Markt nur um 3,9 % verliere. Dafür sei vor allem die VW (VW, -Markengruppe Skoda, Bentley, Bugatti) mit einem Minus von 9 % auf 816 000 Fahrzeuge verantwortlich. Die Markengruppe Audi (Audi, Seat, Lamborghini) werde um 1,7 % auf 300 000 Stück zulegen. VW Nutzfahrzeuge werde um 8,8 % auf 68 000 Fahrzeuge verlieren. Er sei aber für das Gesamtjahr im Konzern "durchaus guter Dinge".

Das Ergebnis des ersten Quartals werde unter dem Vorjahresniveau bleiben. Dafür seien unter anderem Restrukturierungskosten von 105 Mill. Euro in Argentinien verantwortlich. Dort werde angesichts der Wirtschaftskrise die Pkw-Produktion der "Marktnachfrage angepasst". Eine Gefahr für die Arbeitsplätze in Deutschland sehe er trotz der schwierigen Marktsituation nicht. Durch das Modell 5000 mal 5000 würden sogar neue Arbeitsplätze geschaffen.

Pischetsrieder betonte, dass sich VW nicht wie Wettbewerber in den USA an Rabattprogrammen beteiligen werde, "auch wenn dies mittelfristig Marktanteil kosten könnte". Langfristig werde sich dies aber auszahlen. Diese Strategie hatte Pischetsrieder bereits als Seat-Chef gefahren. Die spanische VW-Tochter setzte 2001 laut Geschäftsbericht 551 000 Fahrzeuge ab nach zuvor 616 640, produzierte nur noch 480 000 nach zuvor 516 000 Stück. Damit wurde der Lagerbestand abgebaut und gleichzeitig die Absatzförderung via Tageszulassung unterbunden. Dementsprechend drehte das operative Ergebnis von minus 47 auf plus 63 Mill. Euro.

Piech wies darauf hin, dass VW 2001 mit einer Kapitalrendite von 9,4 % erstmals den "Zielkorridor" erreicht habe. Dies werde kein "einmaliger Ausreißer nach oben bleiben", legte Pischetsrieder nach. Das Unternehmen habe durch Kostensenkungsprogramme rund eine Milliarde Euro eingespart und werde weiter an der Profitabilität arbeiten. Dazu trage auch der elektronische Einkauf (B2B) bei.

Finanzvorstand Bruno Adelt verwies auf ein um 8,1 % gestiegenes Bruttoergebnis, also der Differenz zwischen Umsatzerlösen und Herstellungskosten. Dazu habe der um 3,6 Punkte auf 65,7 % vom Umsatz zurück gegangene Materialaufwand ebenso beigetragen wie der mit 14,9 % ebenfalls um 0,4 Punkte gesunken Personalkostenanteil. Dementsprechend legte der Konzern beim operativen Ergebnis um 34,8 % auf 5,4 Mrd. Euro zu.

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