Bilanzzahlen werden am Mittwoch veröffentlicht
Analysten erwarten sinkende Margen bei Continental

Die gestiegenen Rohstoffkosten für Kautschuk und der hohe Dollarkurs haben nach einschätzung von Analysten das Ergebnis bei dem Reifenhersteller und Automobilzulieferer Continental AG im Geschäftsjahr 2000 belastet. Bei wachsendem Umsatz würde damit die operative Marge sinken, hieß es.

Reuters HANNOVER. Bei den für Mittwoch angekündigten ersten Bilanzzahlen für das zurückliegende Jahr erwarten die von Reuters befragten Experten durchschnittlich einen Umsatz von knapp über zehn Mrd. Euro. Das entspräche nach 9,1 Mrd. Euro im Jahr zuvor einem Zuwachs von gut zehn Prozent. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) dürfte sich den Prognosen zufolge dagegen allenfalls geringfügig über dem Vorjahrswert von 511,3 Mill. Euro bewegen.

Conti-Vorstandschef Stephan Kessel hatte bereits im November bei der Vorlage der Neun-Monats-Zahlen eine ähnliche Gesamtjahresprognose ausgegeben und damit Planziele aus dem Frühjahr korrigiert. Ursprünglich hatte der Konzern einen weiterhin gleichmäßigen Anstieg von Umsatz und Ergebnis angepeilt.

Den Reingewinn des Conti-Konzerns sehen die Analysten auf Grund von weiteren Belastungen beim Finanzergebnis deutlich um bis zu 18 % unter dem Vorjahreswert von 235 Mill. Euro. Die WGZ-Bank erwartet hier 205 Mill. Euro, die Analysten von WestLB Panmure lediglich 192 Mill. Euro. Conti will Zahlen zum Gewinn allerdings nach bisherigen Angaben erst zur Bilanzpressekonferenz am 2. April vorlegen.

Risiken im Winterreifengeschäft



"Die gestiegenen Rohstoffkosten sind der vorherrschende Faktor dafür, dass der Umsatzzuwachs fast vollständig aufgefressen wird", sagte Patrick Juckemich vom Bankhaus Sal. Oppenheimer. Das operative Ergebnis im Reifengeschäft sei deshalb rückläufig. Juckemich geht wie Arndt Ellinghorst von WestLB Panmure davon aus, dass sich der Umsatzanstieg im vierten Quartal 2000 sich gegenüber den ersten neun Monaten sogar leicht abgeschwächt hat.

Sebastian Stein von der Bankgesellschaft Berlin sieht Risiken auch im Winterreifengeschäft. Andere Reifenkonzerne hätten bereits ein schwieriges Geschäft in Europa gemeldet. Den größten Einbruch im vorigen Jahr sieht Stein bei den Nutzfahrzeugreifen mit einem Rückgang des Ebit um 30 %.

Dagegen erwarten die Analysten den neuen Wachstumsbereich der Conti, die Automotive Systems mit der Tochter Teves, deutlich im Plus: die Bankgesellschaft mit knapp 40 % Ergebniszuwachs, Sal. Oppenheimer und WestLB Panmure noch deutlicher um mehr als 50 % auf gut 90 Mill. Euro.

Als wichtiger Ergebnis-Lieferant wird erneut die Tochter ContiTech gesehen, von der sich der Konzern weitgehend trennen will. Juckemich errechnet einen Ergebniszuwachs um deutlich mehr als zehn Prozent auf 150 Mill. Euro. Der Aufsichtsrat hatte im Februar die Verkaufspläne von Konzernchef Kessel zur Kenntnis genommen. Parallel dazu laufen Gespräche über Zukäufe für die Sparte Automotive Systems unter anderem mit der DaimlerChrysler-Tochter Temic. Ein Kauf wird von den Analysten als "großer Schritt in Richtung Gesamtfahrwerkskompetenz" gewertet, allerdings mit der Einschränkung, dies dürfe nicht teuer sein.

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