"Bild"-Logo mit US-Flagge unterlegt
Medien demonstrieren Solidarität

Die für Donnerstagvormittag angesetzten fünf Schweigeminuten wurden von den meisten, wenn auch nicht von allen Rundfunksendern eingehalten. ARD und ZDF, sowie die Nachrichtensender übertrugen Gedenkfeiern für die Opfer der Terroranschläge in den USA.

dpa HAMBURG. Während der Schweigeminuten zeigte RTL ein Schwarzbild und das Logo "Terror gegen Amerika". Einige Sender wie ProSieben, SAT1 und Kabel 1 blendeten sich aus. 3sat blendete eine Minute in der Sendung "nano" eine Gedenktafel ein. Manche Kanäle wie RTL II blieben mit ihren Regelprogrammen auf Sendung. In den Radiosendern wurde zum großen Teil klassische Musik gespielt.

Am Mittwochabend sendeten ARD, ZDF und RTL sowie n-tv, N24 und Phoenix weiter Sonderberichterstattungen nach den Terror-Attacken auf die USA. Die deutschen Zeitungen erschienen am Donnerstag weiterhin mit Sonderseiten. Die "Bild"-Zeitung unterlegte ihr rot- weißes Logo auf der Titelseite sogar mit der US-Flagge. Auch andere Blätter bekundeten ihre Solidarität mit den Amerikanern. Die Wochenzeitung "Die Zeit" kündigte für Montag einen vorgezogenen Erscheinungstermin an. Das Hamburger Magazin "Stern" erschien mit dem Titel "Die Macht der Gene", aber mit einer 32-seitigen Sonderbeilage. Die nächste Ausgabe soll nach Angaben des Hamburger Verlages Gruner + Jahr bereits am Montag erscheinen.

Tageschau meistgesehene Sendung

Meistgesehene Nachrichtensendung im Fernsehen war am Mittwochabend die ARD -"Tagesschau"um 20.15 Uhr, die 8,56 Millionen Zuschauer sahen. Danach dominierte allerdings der Privatsender RTL, der am Mittwoch erstmals 23 Stunden live über ein aktuelles Ereignis berichtete. Günther Jauchs "Stern TV - spezial" verfolgten anschließend 5,60 Millionen, den ARD -"Brennpunkt" 5,43 Millionen und das ZDF -"spezial" 4,40 Millionen Zuschauer.

Die anderen Sender strahlten am Mittwochabend weitestgehend wieder Unterhaltungsprogramme aus. Für "Kommissar Rex" interessierten sich bei SAT.1 um 20.15 Uhr immerhin 4,80 Millionen Menschen. Aber die Infosender schnitten über die gesamten 24 Stunden besser als die Konkurrenz ab: RTL hatte nach Messungen der GfK - Fernsehforschung (inklusive EU-Ausländern) mit 19,9 Prozent Tagesmarktanteil die Nase vor der ARD (18,2 Prozent), dem ZDF (14,0 Prozent), SAT.1 (9,5 Prozent) und ProSieben (5,2 Prozent) vorn.

Sat1: "Keine Comedy in dieser Woche"

Bei SAT.1 fiel am Donnerstagvormittag die Entscheidung, nach der "Harald Schmidt Show" auch die "Wochenshow" am Samstag ausfallen zu lassen. "Keine Comedy in dieser Woche", sagte eine Sprecherin. Bei der "Wochenshow" wollten am Samstag vier neue Komiker an den Start gehen. Am Wochenende werde außerdem auf die Ausstrahlung der Sendungen "echt wahr" (Samstag) und "Die dümmsten Gauner Deutschlands" (Sonntag) verzichtet. Viva kündigte an, auf Wunsch der Zuschauer unmoderierte Musik-Clips zu zeigen. Die Moderatoren stünden den Zuschauern weiter "interaktiv" für Gespräche zur Verfügung.

"Bild"-Logo mit US-Flagge unterlegt

Die "Bild!"-Zeitung, die mit der Schlagzeile "Der Tag danach" und einem Trümmerbild titelte, unterlegte ihr Logo mit dem amerikanischen Sternenbanner. Das "Hamburger Abendblatt" druckte als Sympathie-Bekundung eine Sonderseite mit der Schlagzeile "Amerikaner, wir sind bei euch - Americans, we stand by you." Das Foto zeigte eine Twin-Tower-Ruine, vor der eine US-Flagge weht. Im zweisprachigen Text drücken die Hamburger Bürger ihre Trauer und Solidarität aus. Die Berliner Boulevardzeitung "B.Z." brachte ein zweiseitiges Bild vom Sternenbanner mit Freiheitsstatue und der Zeile: "Berlin zeigt Flagge".

Die "Berliner Zeitung" wies ihre Leser auf der Seite eins darauf hin, dass man auf Grund der aktuellen Ereignisse auf "gewohnte Rubriken" und auf mache Nachricht, "die unter anderen Umständen wichtig gewesen wäre", verzichtet habe. Die Gedanken der Redaktion seien "trotz allem professionellen Bemühen um eine möglichst umfassende Berichterstattung bei den Menschen in Amerika".

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