Bildbearbeitung auf dem Handheld
Silicon Graphics kündigt Strategiewechsel an

Der US-Konzern Silicon Graphics Inc. (SGI) will seinen einst großen Einfluss auf die Computerbranche zurückgewinnen: "Zentralisierte Datenverarbeitung" heißt das Schlagwort, mit dem der Spezialist für Grafik- und Designsysteme aus dem kalifornischen Mountain View wieder Marktanteile gewinnen will.

NEW YORK. Mit relativ preiswerten Geräten - Laptops oder Handheld-Computern etwa - soll der Nutzer per drahtloser Datenleitung auf die Rechenleistung von Supercomputern zurückgreifen können.

An dem Konzept der zentralen Datenverarbeitung arbeiten viele IT-Konzerne für unterschiedliche Aufgaben, darunter auch die Microsoft Corp. Ziel ist es, die Rechenleistung von Schreibtisch-Computern und Notebooks auf einen Zentralrechner zu verlagern, der die Kalkulationen ausführt, während die Geräte, mit denen die Nutzer arbeiten, nur noch minimale Leistung brauchen. So könnten etwa komplizierte dreidimensionale Darstellungen auf einem Handheld bearbeitet werden.

Mit dem "Visual Area Networking", das SGI gestern in Mountain View vorstellte, soll diese Fern-Bearbeitungen zunächst mit Tischrechnern realisiert werden. "Wir sind auf der Schwelle zu einer neue Ära der Visualisierung, in der der Schwerpunkt noch mehr auf Server verlagert wird", sagte SGI-Chef Robert Bishop. Sein Konzern, der nach mehreren krisen- und verlustreichen Jahren erst in seinem zweiten Quartal 2001/2002 wieder einen Gewinn - 37,2 Mill. $ - melden konnte, hatte seinen Ruhm mit Hochleistungsrechnern begründet, auf denen Hollywood-Studios ihre Computer-Spezialeffekte ausführten und Autokonzerne neue Modele entwickelten.

SGI kämpft mit Glaubwürdigkeitsproblemen

Was für Aufgaben "Visual Area Networking" tatsächlich bewältigen kann, müsse sich aber erst noch herausstellen, sagten Analysten. Zudem habe SGI Glaubwürdigkeitsprobleme: Der Konzern hatte wiederholt Strategiewechsel angekündigt, aus denen dann nichts wurde, etwa den Wechsel von Spezialtechnologien hin zu Systemen, die Intel - und Microsoft-Technologien nutzen.

Mit der neuen SGI-Software werden Bilder und Befehle für ihre Bearbeitung komprimiert. Jeder Nutzer mit einem PC und einer superschnellen Internetverbindung erhalte auf diese Weise eine akzeptable Ansicht, sagte SGI-Cheftechnologe Eng Lim Goh. Zunächst ziele das Angebot auf Kunden mit ausgefeilten Darstellungssystemen, aber prinzipiell könne der Ansatz von allen Leuten genutzt werden, die sich mit Design und Bilddarstellung befassen.

Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Das Übertragen der zum Teil riesigen Grafik- und Design-Datensammlungen der Kunden ist schwierig, gibt Goh zu. Und das Kopieren solcher Daten berge zudem Sicherheitsrisiken. IDC-Analyst Christopher Willard hält das System für geeignet für Firmen, die ihr Grafik-System für möglichst wenig Geld erweitern wollen: "Es ist zumindest ein Konzept, das die Leute sich ansehen werden."

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