Bildschirmtext steht "Ausbau der Internet-Zugänge im Weg"
Telekom nimmt ältesten Online-Dienst BTX vom Netz

afp BONN. Der älteste Online-Dienst Deutschlands, der T-Online-Vorläufer Bildschirmtext (BTX), wird zum 1. Dezember geschlossen. Der Dienst stehe dem technischen Ausbau der Internet-Zugänge im Weg, erklärte T-Online in einem am Dienstag bekannt gewordenen Rundschreiben an seine Kunden.

Der heute unter T-Online-Classic firmierende Dienst war 1980 als magerer Textdienst ohne grafische Benutzeroberfläche gestartet, erlaubte aber schon damals Transaktionen wie Überweisungen oder Warenbestellungen, die über die Telefonrechnung abgerechnet wurden. Zugänglich war er nur registrierten Kunden in Deutschland in einer geschlossenen Benutzergruppe. BTX ist anders als das Internet in einen bundesweiten sowie mehrere Dutzend Regionalbereiche strukturiert. Genutzt wurde der Dienst vor allem für Online-Banküberweisungen, Warenbestellungen, elektronische Post sowie als Informations- und Unterhaltungsmedium. Zur Nutzung standen spezielle Endgeräte wie BTX-Telefone mit Bildschirmen, Decoder zum Anschluss an das Fernsehgerät oder der Zugang per Computer und Modem zur Verfügung.

Die bundesweiten Zugangsnummer 01910 wird T-Online zum 1. Dezember abschalten. Die Zugangsnummer 191011 für den bundesweiten Internetzugang von T-Online bleibt erhalten. In einer Übergangszeit kann der alte BTX-Dienst über eine neue Zugangsnummer 01943131 noch bis Ende 2001 zum Tarif von dann 14 Pfennig pro Minute genutzt werden. Internetzugänge werden bundesweit bereits zu Tarifen ab 1,9 Pfennig je Minute angeboten. T-Online verlangt beispielsweise im Tarif Eco 2,9 Pfennig von seinen Internet-Kunden.

Wegen des technischen Fortschritts sowie der enorm wachsenden Zahl von T-Online-Kunden "ist es für uns notwendig geworden, die inzwischen überholte Classic-Technologie durch eine moderne Systemarchitektur zu ersetzen", begründete die Telekom-Tochter ihre Entscheidung. Die alte BTX-Einwahl 01910 unterstütze die neue Internettechnik des Unternehmens nicht, wodurch der "notwendige Netzausbau erheblich behindert wird".

Die Mehrzahl der alten BTX-Geräte ist mit dem gängigen Internet-Einwahlprotokoll PPP nicht kompatibel und kann daher auch nicht mit dem Internet kommunizieren. Soweit BTX-Zugangssoftware von den Anbieterfirmen noch gepflegt wird, kann Online-Banking mit einem Programm-Update weiterhin betrieben werden, wenn die neuen Netzstandards unterstützt werden. T-Online erwartet, dass die meisten der "nur noch einigen Tausend" verbliebenen BTX-Kunden auf den Internet-Zugang über T-Online umsteigen werden. BTX war als Pilotprojekt mit einem Datendurchsatz von nur 75 Baud gestartet, moderne Digitalstandards wie ADSL transportieren die Daten heute pro Sekunde etwa zehntausend Mal schneller.

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