Bildung eines Gemeinschaftsunternehmens?
Thyssen Krupp hat Interesse an Opel-Werken

Die Automotive-Sparte von Thyssen Krupp hat Interesse an mehreren Werken des krisengeschüttelten Autoherstellers Opel und befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit den Rüsselsheimern. Grundlage der Gespräche ist nach Opel-Angaben vom Freitag die mögliche Gründung von Gemeinschaftsunternehmen.

Reuters BOCHUM. Thyssen Krupp-Automotive-Sprecher Viktor Braun sagte, das Unternehmen sei an dem Presswerk von Opel in Kaiserslautern und an weiteren Standorten interessiert. Er bestätigte damit einen Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD). Weitere Einzelheiten wollte Braun aber nicht nennen. "Die Gespräche laufen seit rund einem halben Jahr und sie laufen zügig", sagte er nur.

Opel-Sprecherin Gudrun Langer sagte in Rüsselsheim, Basis aller Verhandlungen sei "nach wie vor die Bildung von Joint Ventures". Thyssen Krupp habe ein "sehr komplettes Angebot" vorgelegt, eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Opel sei auch noch mit anderen Interessenten im Gespräch, zunächst aber werde mit Thyssen Krupp Automotive über Werke in Kaiserslautern und Bochum verhandelt. In dem Bericht der FTD wurde allerdings ein Opel-Sprecher zitiert, wonach es bei dem Komponentenwerk in Kaiserslautern nur noch um einen Verkauf gehe und nicht mehr um die Bildung eines Gemeinschaftsunternehmens. In Kaiserslautern habe Thyssen Krupp Interesse an der Opel-Komponentenfertigung, wo noch rund 3 000 Mitarbeiter beschäftigt seien, sowie an der Achsenfertigung in Bochum. In diesem Bereich arbeiten 664 Beschäftigte.

Bereits Joint Venture in mit Fiat

In Kaiserslautern baut Opel neben verschiedenen Chassisteilen auch Diesel- und Benzinmotoren sowie Achsen. Das Motorenwerk mit rund 1 000 Beschäftigten ist jedoch bereits in ein Joint Venture mit dem italienischen Hersteller Fiat übergegangen. In Bochum baut Opel mit insgesamt rund 15 000 Beschäftigten unter anderem den Astra, den Zafira sowie Motoren und Komponenten.

Im vergangenen Jahr hatte die deutsche Autotochter von General Motors mit 674 Mill. Euro den höchsten Betriebsverlust ihrer Geschichte eingefahren. Opel kündigte ein massives Restrukturierungsprogramm an, das die Stilllegung, den Verkauf und die Auslagerung von Produktionsbereichen sowie die Streichung von 2500 Stellen vorsieht. Ende März hatte Opel ferner allen seinen Vertragshändlern gekündigt, unter anderem um das Händlernetz von derzeit 890 auf 470 zu kappen. Vorstandchef Carl-Peter Forster rechnet frühestens 2003 wieder mit Gewinnen.

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