Bill Clinton stellt am Dienstag in New York seine Memoiren vor – Kapitel über Monica Lewinsky angekündigt
Die Demokraten hoffen auf den Knalleffekt

Das jungenhafte Lachen, die karamellweiche Stimme haben sich nicht verändert - nur die Haare sind inzwischen fast weiß geworden: Der ehemalige Präsident Bill Clinton ist nach wie vor eine der elektrisierendsten Persönlichkeiten in der amerikanischen Medienlandschaft. Das werden die US-Bürger am Dienstag wieder einmal zu spüren bekommen, wenn Clinton in New York seine fast 1 000 Seiten umfassende Biografie mit dem dürren Titel "My Life" vorstellt.

HB WASHINGTON. Der Inhalt gilt als hoch geheim. Da der Verlag jedoch bereits ein Kapitel zu Monica Lewinsky angekündigt hat, ist ein Kassenschlager vorprogrammiert.

Für die Demokraten bedeutet dies nicht nur den Beginn einer landesweiten Buchwerbe-Tour: Sie erhoffen sich einen politischen Knalleffekt, der möglichst lange anhalten soll. Die Partei wird Clinton mit dem gleichen Überschwang feiern, wie die Republikaner kürzlich ihr konservatives Vorbild Ronald Reagan zu Grabe getragen haben. Da schwingt die Sehnsucht nach der Rückgewinnung des Weißen Hauses mit. Aber auch das Kommunikationstalent, das mühelos einen Saal zum Kochen bringen kann, wird von vielen vermisst. Der demokratische Präsidentschaftskandidat John Kerry bemüht sich zwar, aber es bleibt beim spröden Charme, der nur wenige mitreißt.

Für seine Anhänger hat der 57-Jährige schon zu Lebzeiten einen Heiligenschein. In der Tat lesen sich seine größten Erfolge wie ein Polit- Märchen: 23 Millionen neue Jobs in acht Jahren, Wachstumsraten von durchschnittlich 3,6 Prozent. Hinzu kam eine mit mehr als 200 Milliarden Dollar prall gefüllte Staatskasse. Dass diese Bilanz in die schillernde Phase des Dotcom-Booms fiel, stört die nostalgische Fangemeinde nicht. Kerry will die Massenwirkung des Partei-Helden in jedem Fall anzapfen: "Er soll für uns so viel Wahlkampf wie möglich machen." Clinton ließ sich nicht lange bitten. Man wolle die Kampagne wohldosiert unterstützen, ohne dem Kandidaten die Schau zu stehlen, hieß es aus seinem Umfeld.

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