Billiganbieter haben im Mobilfunk keine Chance
„No-Frills“ – No Thrill

Was bei Billigfliegern funktioniert, müsste eigentlich auch bei Handys klappen: Angespornt von Kampfpreisen im benachbarten Ausland wachsen auch in Deutschland Träume von Billiganbietern im Mobilfunk, die sich das "No-Frills" Konzept zu Eigen machen: Der Verzicht auf unnötige Extras bringt dem Kunden günstigere Tarife. Tatsächlich haben solche Pläne in Deutschland aber nur geringe bis gar keine Chancen.

Deutschlands Mobiltelefonierer zahlen noch immer die höchsten Preise in Europa: Gemessen an einem durchschnittlichen "Mobilfunkwarenkorb" bezahlt ein deutscher Privatkunde mehr als doppelt soviel wie beispielsweise in Dänemark oder Österreich. Also müsste sich der deutsche Markt für Billiganbieter doch förmlich aufdrängen.

Als potenzielle Billiganbieter kommen hierzulande nur einer der vier bestehenden Netzbetreiber oder die so genannten Service Provider in Frage. Für die gäbe es beispielsweise den Ansatz, das Leistungsangebot durch Abstriche beim Kundenservice auszudünnen, auf Papierrechnungen und subventionierte Endgeräte zu verzichten sowie den Vertrieb vornehmlich über das Internet abzuwickeln. Dies ist das bekannte "No-Frills" Konzept, mit dem etwa Ryanair oder Easyjet für Furore gesorgt haben und das von Telmore in Dänemark oder ERA mit ihrer Zweitmarke Heyah in Polen erfolgreich genutzt wird. Auch die zweite alternative Möglichkeit, zu Billigangeboten zu kommen, stammt aus anderen Branchen und wurde beispielsweise von tele.ring - dem vierten österreichischen Mobilfunkanbieter übernommen: Wie bei Aldi oder Walmart wird hier auf konsequentes Kostenmanagement gesetzt, um die Endkundenpreise reduzieren zu können.

In Deutschland stehen der Übernahme der skandinavischen "No-Frills"-Modelle, die auf einem freien Netzzugang für Service Provider und festgelegten Interconnection-Preisen beruhen, allerdings die regulatorischen Rahmenbedingungen entgegen: Die aktiven Netzwerkoperatoren sind nicht verpflichtet, Service-Provider für sich tätig werden zu lassen und es gibt keine vorgegebenen Interconnection-Preise. Die Netzwerkbetreiber haben auch daher kein besonders Interesse an aggressiven Billigangeboten, weil diese zum einen die eigenen Margen unter Druck setzen würden und zum anderen auch an die Service-Provider weitergegeben werden müssten. Die Regulierungsbehörde verpflichtet sie lediglich, einen "Großhandelspreis", der unter dem Endkundenpreis liegt, an die Service-Provider weiterzuleiten. Nennenswerter Spielraum zur Preisgestaltung bleibt für die Service-Provider somit nicht.

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