Billige Bekleidung liegt im Trend
Preiswert im Plus

In den Zeiten von "Teuro"-Debatten und Wirtschaftskrise haben Sparfüchse Konjunktur. Auch in Sachen Bekleidung profitieren Billiganbieter davon, dass die Deutschen den Cent neuerdings zweimal umdrehen. DMEuro.com stellt Anlegern, die auf diesen Zug noch aufspringen wollen, einige Werte vor.

Die Zahlen des Bekleidungsfilialisten C&A bestätigen den Trend: Preisbewußtere Bekleidungskäufer bescherten Billiganbietern wie H&M und Inditex satte Gewinne. Erstmals nach fünf Jahren mit roten Zahlen machte auch C&A im Ende Februar abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/2002 wieder einen Gewinn von 33,2 Mill. ?. "Wir hatten seit Herbst 2000 in jedem Monat eine bessere Entwicklung als der gesamte Modemarkt in Deutschland" , erklärte der Chef von C&A Deutschland, Dominic Brenninkmeyer, am Montag auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf.

Der Versuch, dem traditionellen Billiganbieter Ende der 90er Jahre ein neues "höherwertiges" und "trendigeres" Image zuzulegen, wurde nach deutlichen Marktanteilseinbußen aufgegeben. Stattdessen polierten die Düsseldorfer zu Jahresbeginn ihr altes Image wieder auf. Durch die viel beachtete Euro-Rabatt-Aktion habe das Unternehmen einen deutlichen Schub bekommen, erklärt Deutschland-Chef Brenninkmeyer. C&A besann sich wieder auf seine Rolle als preisgünstiger Anbieter für die ganze Familie.

Nach Ansicht von Christian Bruns, Analyst bei Sal. Oppenheim derzeit die richtige Taktik: In allen Branchen ginge es den Billiganbietern besser als der Konkurrenz. Ursache für den Siegeszug von Aldi und Co. seien vor allem psychologische Faktoren, wie die "Teuro"-Debatte oder Sorgen um den Arbeitsplatz. "Am verfügbaren Einkommen liegt es nicht", erklärt der Analyst, die Deutschen seien aufgrund der unsicheren Konjunkturlage lediglich sparsamer. Dies zeige sich nicht nur in den gesunkenen Einzelhandelsumsätzen, sondern auch in niedrigeren Ausgaben in der Gastronomie und bei der Buchung von Urlaubsreisen.

Wer als Anleger vom Erfolg der Billiganbieter profitieren will, kann aber nicht auf C&A setzen. Das Unternehmen ist im Familienbesitz und nicht börsennotiert. Als Alternativen bieten sich das junge schwedische Modehaus H&M, das US-Unternehmen Gap oder die spanische Inditex an.

Die Schweden legten im letzten Geschäftsjahr zwar ein Umsatzplus von 30 Prozent hin, doch stiegen die Kosten noch stärker. Die Berenberg Bank meint aber, dies könne durch Margenverbesserungen kompensiert werden. Das erste Quartal habe bereits zuversichtlich gestimmt. Die Bank empfiehlt Zukäufe in Schwächephasen.

Die Analysten von Aktienservice Research favorisieren dagegen die spanische Inditex. Sie glauben, H&M werde kostenseitig noch schwer an den Expansionsbestrebungen zu tragen haben. Die Spanier können dank geringer Lagerhaltung und der Eigenkontrolle über Vertrieb und Produktion schnell auf neue Modetrends reagieren. Außerdem habe sich die Vorzeigemarke "Zara" hervorragend entwickelt. Der Modekonzern ist in 40 Ländern vertreten und schaffte seit dem Börsengang im Mai 2001 in die Top 3 der weltgrößten Textilhersteller - ein Erfolgsstory. Einziges Problem: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist mit 33 ? deutlich über dem im Textilsektor üblichen 18 ?. Die Titel von H&M sind mit rund 28 ? allerdings auch kein Schnäppchen.

Noch ist Gap das Sorgenkind der Analysten. Die Amerikaner erwirtschafteten im abgelaufenen Geschäftsjahr 8 Mill. $ Verlust. Statt traditioneller Jeans-Bekleidung hatte Gap zuletzt versucht, Trendsetter bei den Kids zu sein - und scheiterte. Jetzt rudert das Unternehmen zurück und bringt im Herbst wieder eine traditionellere Linie auf den Markt. Eine Hoffnung für Gap: C&A hatte mit der Rückkehr zur alten Strategie großen Erfolg.

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