Billigeres Pay-TV gefordert
Premiere World ändert Angebote

In der Diskussion um die TV-Berichterstattung über die Fußball-Bundesliga rückt der Pay-TV-Sender Premiere World immer mehr in den Blickpunkt. Leverkusens Manager Reiner Calmund forderte günstigere Preise für das zusätzliche TV-Angebot des Kirch-Senders.

dpa HANNOVER. "Meiner Meinung nach sollte das Gesamtpaket Pay-TV billiger angeboten werden", sagte Calmund. Ein Einjahresvertrag mit allen 306 Saisonspielen kostet derzeit mehr als 1 000 DM (etwa 511 Euro). Der Abo-Kanal will am Montag eine neue Angebotsstruktur vorstellen. Das Preissystem soll zumindest übersichtlicher werden.

Die Bundesliga ist aus finanziellen Gründen stark an einem florierenden Pay TV-Geschäft interessiert. Vor allem dank des Geldes aus dem Abo-Fernsehen sind die Einnahmen der Proficlubs in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Insgesamt 3 Mrd. DM zahlt die Kirch-Gruppe für die Free-TV und Pay-TV- Rechte bis 2004. Der Vierjahresvertrag ist ungleich gestaffelt. In dieser Spielzeit erhält der Profifußball 700 Mill. DM. Davon gehen 560 Mill. DM an die Bundesliga. Neben einem Sockelbetrag von 15,55 Mill. DM für jeden Verein werden 280 Mill. DM nach Leistungen verteilt. Rekordmeister Bayern München soll mit insgesamt 46,54 Mill. DM TV-Geldern auch in dieser Hinsicht Spitze sein.

Ende der steigenden Summen

Ohne dieses Geld würde die Liga vor dem Crash stehen. Nun droht zumindest ein Ende der steigenden Summen, denn das Pay-TV-Geschäft der Kirch-Gruppe führt zu Verlusten in Milliardenhöhe. Die Abonnentenzahl stagniert seit langer Zeit bei rund 2,4 Mill. Kunden. Viele TV-Experten sehen in dem hohen Preis und in den diversen Programmpaketen den wichtigsten Grund, dass der Bezahl-Sender nicht wächst. Derzeit kostet das "kleine Fußballpaket" mit drei Partien pro Spieltag bei einem Einjahresvertrag 54,80 DM monatlich. Dass macht 657,60 DM im Jahr. Wer alles sehen will, muss zusätzlich das Saisonticket im so genannten Pay-per-View-Verfahren für 349 DM kaufen.

Auffällige Steigerungen der Abonnentenzahl hat es nach Angaben eines Premiere-Sprechers seit der Verlegung von "ran" auf Samstag um 20.15 Uhr nicht gegeben. Das war aber der wichtigste Grund für die verspätete Fußball-Sendung, für die nach drei Quoten-Flops ein neuer Sendeplatz gesucht wird. "Dabei darf natürlich nicht außer Acht gelassen werden, dass der Bundesliga das Decoder-Geschäft nicht egal sein kann", sagte Michael Pfad, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga GmbH (DFL). Auch der lange Zeit bei Premiere World tätige Pfad hält den Preis für ein wichtiges Marketing-Instrument beim Verkauf der Decoder.

Angebot für Fußball-Paket dementiert

Ob der Preis tatsächlich günstiger wird, bleibt abzuwarten. Eine Meldung des Fachmagazins "Kicker", wonach ein Fußball-Paket für monatlich 25 DM geplant sei, wird von Premiere World dementiert. Allerdings ließ ein Sprecher Raum für Interpretationen: "Auf jeden Fall wird es kein Angebot nur für Fußball geben." Er verwies auf die Pressekonferenz am Montag in Hamburg, bei der über "Veränderungen in unserer Angebotsstruktur" informiert werden soll.

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