Billigflieger setzen auf niedrige Kosten
Eurowings steigt in Billigflug-Geschäft ein

Die Fluggesellschaft Eurowings wird mit ihrer Chartertochter "germanwings" in das Billigflug-Geschäft einsteigen.

HB/dpa DORTMUND/KÖLN/FRANKFURT/M. Nach einem Beschluss des Aufsichtsrates sollen ab kommenden Herbst im so genannten No-Frills-Fluggeschäft ("Fliegen ohne Schnickschnack") 10 bis 20 europäische Ziele angeflogen werden, teilte die Eurowings Luftverkehrs AG heute in Dortmund mit. Zunächst sollen vom Flughafen Köln/Bonn fünf Flugzeuge vom Typ Airbus A319 eingesetzt werden.

Hintergrund: Billigflieger setzen auf Niedrigkosten

Mit forschem Marketing und spektakulären Mini-Preisen sorgen Billigfluggesellschaften trotz der allgemeinen Branchenkrise für Wirbel im deutschen Markt. "No-Frills" - also "Kein Schnickschnack" - lautet das Motto von Ryanair, Deutscher BA, Buzz und Co. Mit niedrigen Betriebskosten und kargem Service nehmen sie vor allem die Lufthansa ins Visier. Der Branchenprimus hat künftig aber einen Fuß in der Tür: Die Konzern-Beteiligung Eurowings steigt im Herbst in das Billigsegment ein, in dem der Wettbewerb damit noch härter wird. Die Preisdrücker locken indes unterschiedliche Kunden - Urlauber oder Geschäftsflieger.

Abheben nach London für 9,99 ? oder ein Flug München-Berlin ab 24 ?: Solche Schnäppchen sind zwar längst nicht für jedes Ticket zu haben, sondern gelten meist in begrenzter Zahl zu weniger gefragten Tageszeiten. Insgesamt preiswerter als die etablierten Airlines macht die Billigflieger aber, dass sie massiv ihre Ausgaben drücken.

Tickets kaufen können Passagiere meist nur per Internet oder Telefon, die Gesellschaften sparen so Provisionen für die Reisebüros. Vielfliegerprogramme mit Extras wie "Miles & More" und Lounges an Flughäfen gibt es nicht. In der Luft servieren die Stewardessen keine Getränke und kein Menü. Sandwiches oder Erfrischungen können aber teils gekauft werden, was zusätzliche Einnahmen bringt. Wenn eine Bordküche eingespart wird, passen mehr Sessel in die Kabine. Produktiver ist, dass viele Billigflieger für ihre Flüge von A nach B die Maschinen nach dem Landen schneller wieder abheben lassen und sie so einige Stunden länger pro Tag in der Luft halten können.

Doch Billigflieger ist nicht gleich Billigflieger - das wird an ihren Flughäfen deutlich. Die irische Ryanair mit kleinen Airports wie Lübeck oder Hahn etwas abseits der Ballungsräume sprechen vor allem Urlauber an, sagt Andreas Knorr, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Bremen. Die Deutsche BA, auf die der britische Billigflieger Easyjet eine Kaufoption besitzt, steuert dagegen zentrale Großflughäfen wie Köln oder München an. "Das zielt auch auf die Business-Class-Kunden der etablierten Gesellschaften."

Nach Großbritannien, wo auf die Schnäppchenflieger inzwischen ein Viertel des Marktes entfalle, gebe es in Deutschland erhebliches Wachstumspotenzial, sagt Knorr. Im laufenden Jahr meldeten etwa Ryanair oder die Deutsche BA stolz höhere Passagierzahlen - entgegen dem anhaltenden Minus der Branche.

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