Billigflüge in europäische Metropolen
Neue Billigfluglinie wird German Wings heißen

Mit einer neuen Gesellschaft namens German Wings soll das Billigflug-Abenteuer des unternehmerischen Duos Eurowings/Lufthansa beginnen.

HB DÜSSELDORF. Wie das Handelsblatt aus Branchenkreisen erfuhr, hat sich der Vorstand der Eurowings Luftverkehrs AG auf diesen Markennamen geeinigt, unter dem künftig Billigflüge vom Standort Köln/Bonn aus angeboten werden sollen.

Ein Sprecher von Eurowings wollte entsprechende Spekulationen nicht kommentieren. Der Aufsichtsrat müsse dem Billigflug-Konzept in der nächsten Woche erst noch zustimmen, hieß es aus dem Unternehmen. Dass das Gremium die Pläne absegnen wird, gilt in Luftfahrtkreisen jedoch als sicher. Offiziell verweist die Lufthansa stets darauf, dass man das neue Geschäftsmodell zwar begrüße, die Entscheidungen jedoch allein bei Eurowings gefällt würden. "Strategie und Detailplanung dieses Billigflug-Konzepts kommen unzweifelhaft aus dem Hause Lufthansa", berichtet indes ein intimer Kenner des Unternehmens. Dieses Modell bietet Lufthansa die Chance indirekt in das wachsende No-Frills-Geschäft ("Ohne Schnickschnack") einzusteigen. Derzeit ist Lufthansa mit 24,9 % an Eurowings beteiligt. Es besteht jedoch eine Option, diesen Anteil auf 49 % erhöhen.

Der Markenname German Wings ist seit vielen Jahren im Besitz der Lufthansa. Das bestätigte eine Konzernsprecherin gegenüber dem Handelsblatt. Als die gleichnamige Airline der Brüder Franz und Frieder Burda im Mai 1990 nach einem kurzen Flugabenteuer finanziell abstürzte, kaufte Lufthansa die Markenrechte für wenig Geld aus der Konkursmasse heraus.

Nun soll der Name German Wings als Billigflieger Auferstehung feiern und gegen die erfolgreiche Konkurrenz (Ryanair, Easyjet) positioniert werden. Nach Informationen des Touristik-Fachmagazins "fvw" wird die neue Airline ab Ende Oktober die europäischen Metropolen London, Paris, Zürich, Madrid, Barcelona, Rom und Mailand sowie die Touristendestinationen Mallorca und Malaga anfliegen. Die Billigtickets sollen - ganz im Stile der großen Billig-Konkurrenten - ausschließlich via Internet gebucht werden können, um Provisionszahlungen an Reisebüros zu umgehen.

Eurowings fliegt derzeit mit Kosten, die bereits deutlich unter dem Niveau der Lufthansa und sogar noch unterhalb des Kostenniveaus der Regional-Tocher Lufthansa CityLine liegen. Das Dortmunder Unternehmen will zunächst seine fünf Airbus-Maschinen A319 für die Billig-Operation nutzen. Diese Flugzeuge waren zuletzt im Chartergeschäft angesichts der Tourismus-Krise nicht mehr ausgelastet.

Quelle: Handelsblatt

Matthias Eberle
Matthias Eberle
Handelsblatt / Ressortleiter Ausland
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