"Bin dabei, Zukunft abzuklären"
Frentzen steigt bei Arrows aus

Heinz-Harald Frentzen hat die Notbremse gezogen und wird nicht mehr für das Krisen-Team Arrows in der Formel 1 fahren. "Auf Grund der bedauerlichen Schwierigkeiten, mit denen Team Orange Arrows konfrontiert ist, hielt ich es für das Beste die Zusammenarbeit zu beenden, so dass sich jeder auf seine Zukunft konzentrieren kann", begründete der Rennfahrer aus Mönchengladbach am Freitag die Kündigung seines Vertrages.

HB HAMBURG. Der 35-Jährige will seine Karriere aber nicht beenden, sondern in der Königsklasse des Motorsports weiterhin kräftig Gas geben: "Ich bin nun dabei, meine Zukunft abzuklären. Meine Begeisterung und mein Enthusiasmus für die Formel 1 ist nach wie vor unverändert groß."

Für Frentzen scheint im Moment nichts unmöglich. Der Vize- Weltmeister von 1997 wird als Fahrer gleich von mehreren Teams "umworben". Toyota wird als neuer Arbeitgeber an der Gerüchtebörse genauso gehandelt wie Jaguar, Sauber oder Jordan. Sehr wahrscheinlich wird die Entscheidung über Frentzens Zukunft schon vor dem Großen Preis von Ungarn am 18. August in Budapest fallen. Der Rheinländer, der seinen Vertrag bei dem mit 100 Mill. Euro verschuldeten Arrows-Team nur von Rennen zu Rennen verlängert hatte, wäre bestimmt nicht aus seinem Cockpit gestiegen, wenn er nicht eine Alternative in der Tasche hätte.

"Heinz sagte uns, dass er auf Grund der Unsicherheiten bei Arrows aufhören wollte", erklärte Teamchef Tom Walkinshaw. Der Schotte wünschte dem Formel-1-Piloten "alles Gute" und dankte für "die harte Arbeit". Immerhin 2 Punkte in 12 Rennen hat der für seine Entwicklungsarbeit gerühmte Frentzen für das Außenseiter-Team eingefahren.

Rückkehr zu Jordan nicht ausgeschlossen

Doch seit seinem Rauswurf bei Jordan vor gut einem Jahr ist Frentzen vom Pech verfolgt. Nach der Prost-Pleite war der Cockpit- Platz erneut weg, dann sorgten die Finanzprobleme von Arrows für Unsicherheit. Frentzen, der zwei seiner drei Grand-Prix-Siege im Jordan holte, konnte in den letzten Wochen nicht mehr richtig testen und durfte teilweise am Rennwochenende nicht fahren.

Trotz eines Gerichtsstreits mit Ex-Teamchef Eddie Jordan hat Frentzen eine Rückkehr zu dem britischen Rennstall nicht ausgeschlossen. "Ich brauche ja nicht mit Eddie Jordan zusammen zu arbeiten, sondern mit der Mannschaft. Das würde ich gerne tun", hatte er in Hockenheim überraschend mitgeteilt. Angeblich macht sich der Jordan-Hauptsponsor, die Deutsche Post, für "HHF" stark. Frentzen, der von 1999 bis Juli 2001 für die Briten am Steuer saß, könnte einen lukrativen Vertrag unterschreiben und auf die Sieben-Millionen-Euro- Gehaltsklage verzichten.

Frentzen sollte schon in Magny-Cours für Jordan fahren und beim Großen Preis von Frankreich den verletzten Italiener Giancarlo Fisichella ersetzen. Auch eine Rückkehr zum Heidfeld-Team Sauber - dort saß Frentzen von 1994 bis 1996 am Steuer - steht im Raum. Allerdings wird Teamchef Peter Sauber, der diese Möglichkeit selbst ins Gespräch gebracht hatte, nicht mit zwei deutschen Piloten fahren wollen. Toyota hat bereits klargestellt, seine Fahrer nicht mitten in der Saison wechseln zu wollen. Momentan ist Teamchef Ove Andersson aber in Japan, um auch in der Fahrerfrage Klarheit zu schaffen. Frühestens beim Rennen in Spa am 1. September will Toyota das Geheimnis lüften.

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