Bin-Laden-Jagd
Rumsfeld weist Vorwürfe zurück

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat Vorwürfe zurückgewiesen, dass der als Topterrorist gesuchte Osama bin Laden wegen einer fehlerhaften US-Taktik aus der ostafghanischen Bergfestung Tora Bora entkommen sei. Es habe niemals solide Beweise für die Anwesenheit Bin Ladens gegeben, sagte Rumsfeld am Mittwoch in Washington.

dpa WASHINGTON. Der Afghanistan-Oberkommandierende Tommy Franks habe "sehr wirkungsvolle Bemühungen" befehligt. Auch Generalstabschef Richard Myers nahm Franks in Schutz: "Ich glaube nicht, dass es ein Versagen war."

Die "Washington Post" hatte Pentagonbeamte mit dem Vorwurf zitiert, dass Franks sich zu sehr auf die afghanischen Kämpfer vor Ort verlassen habe. Korrupte Kämpfer hätten bei den schweren Kämpfen im Dezember ihr Versprechen nicht gehalten, die Umgebung abzuriegeln, um Flüchtende aufzuhalten. Amerikanische Soldaten erreichten den Höhlenkomplex erst drei Tage nach dem Ende der Kämpfe. Franks habe den Fehler erkannt und seitdem bei Kämpfen massiv auch amerikanische Bodentruppen eingesetzt. Rumsfeld sagte am Mittwoch dazu, die afghanischen Verbündeten seien "sehr wirkungsvoll benutzt" worden.

Laut "Washington Post" ist das US-Militär nach ausführlichen Verhören gefangener El-Kaida-Kämpfer und durch aufgefangene Botschaften zu dem Schluss gekommen, dass Bin Laden sich zu Beginn der Offensive in den Höhlen von Tora Bora aufgehalten habe. Er müsse in den ersten zehn Tagen geflüchtet sein. Dies werde im Pentagon inzwischen als größter Fehler im Afghanistan-Feldzug bezeichnet.

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