Bin Ladens Sprecher im Porträt
Abu Gheith: Ehemaliger Prediger aus Kuwait

Abu Gheith hat in gewisser Weise eine steile Karriere hinter sich. Er ist der Sprecher des meistgesuchten Mannes der Welt, Osama bin Laden. Seine früheren Kreise wollen mit ihm nichts mehr zu tun haben.

dpa KAIRO/KUWAIT CITY. In Kuwait spricht heute niemand mehr gerne über Suleiman Abu Gheith. Denn der Lehrer und islamische Prediger, der dem saudischen Extremisten Osama bin Laden nach Afghanistan folgte, rief am vergangenen Sonntag zusammen mit seinem Anführer per Video die Moslems in aller Welt zum "Heiligen Krieg" gegen Amerika und "die Ungläubigen" auf.

Abu Gheith tauchte sich auf dem Video als offizieller Sprecher der Organisation "El Kaida" von bin Laden auf. Mit seinen 39 Jahren dürfte er zu den Jüngsten an der Spitze des Netzwerkes sein, das für den internationalen Terrorismus verantwortlich gemacht wird. Erst im vergangenen Jahr ging er nach Afghanistan. Bis dahin hatte er an einer Schule in Kuwait unterrichtet.

Seine Tätigkeit als Prediger in einer Moschee in Rumithiya, einem Vorort von Kuwait City, hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits aufgeben müssen. Die Behörden hatten ihm die Erlaubnis zu predigen entzogen, weil er Religion und Politik zu häufig vermischte. "Er war nicht beliebt und viele Islamisten, selbst die strammen Fundamentalisten waren nicht seiner Meinung", erinnert sich ein ehemaliger Besucher der Moschee. Abu Gheith sei zwar rhetorisch sehr gewandt gewesen, habe aber "immer und immer wieder nur die selbe Botschaft verkündet".

Nach Angaben der kuwaitischen Polizei lag in Kuwait bereits vor der Veröffentlichung des Videos, welches Abu Gheith Seite an Seite mit Bin Laden und dem ägyptischen "Dschihad"-Führer Eiman el Zawahiri zeigt, ein Haftbefehl vor. Wegen welcher Vergehen er gesucht wurde, ist jedoch nicht bekannt.

Kürzlich hatte er in einem Interview mit der Golfzeitung "Al- Watan" gesagt, die Golfstaaten seien die größten Unterstützer der "El Kaida". "Wir wissen, dass dieses Geld aus dortigen Wohltätigkeitsorganisationen stammt", zitierte ihn das Blatt. Das kuwaitische Herrscherhaus hat inzwischen, nach deutlicher Ermahnung aus Washington, damit begonnen, alle wohltätigen Gruppen streng zu durchleuchten.

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