Bin Ladens Tod wird einkalkuliert
Bush sieht Afghanistan-Krieg in schwieriger Phase

Der Krieg in Afghanistan befindet sich nach den Worten von US-Präsident George W. Bush in einer schwierigen Phase. "Es könnte sein, dass noch wir eine ganze Weile dort bleiben müssen, aber das macht nichts", sagte Bush am Dienstag nach einem Gespräch mit der philippinischen Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo in Washington.

dpa WASHINGTON. "Wir haben ein Ziel und wir werden so lange bleiben, bis unser Ziel erreicht ist."

Das Pentagon dementierte einen Bericht der Zeitung "USA Today", wonach die Suche nach Osama bin Laden mit 1600 Marine-Infanteristen massiv ausgeweitet werden soll, am Dienstag nicht. "Ich weiß von keinen Marine-Infanteristen, die in diesem Moment in Afghanistan sind", sagte Konteradmiral John Stufflebeem am Dienstag nach langem Zögern auf eine entsprechende Frage. Beobachter sahen darin eine indirekte Bestätigung, dass der Einsatz der Soldaten entweder kurz bevorsteht oder erste Missionen bereits stattgefunden haben.

Die USA kalkulieren ein, dass bin Laden bei einer der Angriffswellen auf Terroristenverstecke ums Leben kommen könnte. Es sei aber nicht auszuschließen, dass der als Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September gesuchte bin Laden versuche, das Land zu verlassen, sagte Stufflebeem. Die USA würden alles daran setzen, dies zu verhindern.

Nach Angaben von Stufflebeem sind Dreiviertel des Landes nicht mehr unter der Kontrolle der Taliban. Das US-Militär konzentriere sich bei den Bombardierungen auf Terroristenverstecke, Höhlen und Tunnel in der Umgebung von Kundus im Norden und Kandahar im Süden. Beide Städte sind noch in den Händen der Taliban.

Stufflebeem wies Berichte zurück, wonach die Nordallianz sich dem Einsatz ausländischer Soldaten in Afghanistan widersetzt. Der Kritik einiger Kommandeure habe ein Missverständnis bei den Aufgaben dieser Truppen zu Grunde gelegen, sagte Stufflebeem. Dies sei ausgeräumt, und die Nordallianz habe keine Einwände gegen die vorhandenen ausländischen Truppen mehr. Pläne für weitere Truppenentsendungen wollte Stufflebeem jedoch nicht kommentieren. Am Montag hieß es, die geplante Entsendung britischer und französischer Soldaten sei nach dem Widerstand der Nordallianz vorerst gestoppt worden.

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