Binnennachfrage bleibt schwach
DIW: Aufschwung lässt auf sich warten

Der Aufschwung lässt nach Meinung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) weiter auf sich warten. Trotz einer merklichen Besserung der Wirtschaftslage werde es bis Ende Juni noch keine "sprunghafte Aufwärtsentwicklung" geben, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten jüngsten Wochenbericht des Berliner Instituts.

dpa/rtr BERLIN. Demnach wird das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal des Jahres um "gut 0,5 %" wachsen.

"Für das zweite Quartal ist eine merkliche Beschleunigung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zu erwarten", heißt es in dem Bericht wörtlich. "Auf eine sprunghafte Aufwärtsentwicklung - und damit auf den typischen Beginn eines Aufschwungs - lassen die Indikatoren jedoch noch nicht schließen."

Enttäuschend war nach der DIW-Analyse der Jahresbeginn. Demnach ging das reale Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorquartal sogar um 0,1 % zurück. Es lag damit zum dritten Mal in Folge unter dem des Vorquartals. Gegenüber dem ersten Quartal 2001 ergab sich ein kräftiges Minus von knapp 1,5 %. Das aber habe maßgeblich mit der geringere Zahl von Arbeistagen in der aktuellen Periode zu tun. Zudem sei hierfür besonders die schwache Binnennachfrage von Bedeutung gewesen. Einen stärkeren Rückgang hätten die höheren Exporte verhindert. Zugleich gebe es zunehmend Hoffnung, dass der Export in den kommenden Monaten starke Impulse für das Wachstum geben werde. Maßgeblich hierfür sei der von den USA ausgehende weltweite Aufschwung.

Im zweiten Quartal dürfte die deutsche Wirtschaft nach DIW-Einschätzung auf den Wachstumskurs zurückkehren und zulegen. Zu erwarten sei ein Zuwachs von gut 0,5 %, was einer Jahresrate von von gut zwei Prozent entspräche. Gegenüber dem Vorjahresquartal würde der Anstieg knapp ein Prozent betragen.

Einfluss der Tarifauseinandersetzung unklar



Der Einfluss der aktuellen Tarifauseinandersetzung auf die aktuelle Wachstumsentwicklung ist laut DIW noch unabsehbar. Dies sei abhängig von deren Dauer, hieß es lediglich. Die deutschen Verbraucherpreise seien im ersten Quartal mit 0,7 % gegenüber dem vorangegangenen Dreimonatszeitraum wieder etwas stärker gestiegen. Dies sei zum einen mit auf Steuererhöhungen zurückzuführen - Ökosteuer, Versicherungs- und Tabaksteuer - zum anderen aber auch durch Preisanhebungen in konsumnahen Bereichen im Zuge der Euro-Einführung, etwa bei Gaststätten oder persönlichen Dienstleistungen. Diese Euro bedingten Preisanhebungen hatten in den vergangenen Tagen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Finanzminister Hans Eichel (SPD) veranlasst, die Verbraucher aufzufordern, nicht mehr bei Euro-Preistreiber zu kaufen.

Weiterhin schwach blieb im ersten Quartal 2002 laut DIW die Binnennachfrage. Die Ausrüstungsinvestitionen seien merklich gesunken. Die ohnehin bescheidene Expansion des privaten Konsums sei noch schwächer ausgefallen. Deutliche Kaufzurückhaltung gebe es speziell bei langlebigen Konsumgütern.

Im zweiten Quartal rechnet das Institut mit einem sich beschleunigenden Wachstum. Die Entwicklung der Auftragseingänge aus dem Ausland stärke die Hoffnung, dass der Export dem Wachtum nach schwächeren Monaten nun wieder deutliche Impulse geben werde. Vor allem aus den USA sollten positive Beiträge kommen. Die anhaltende Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exporteure sollte auch die Negativwirkung des zuletzt stärkeren Euros auf die Ausfuhren verkraftbar machen. Vom Inland kämen dagegen noch kaum positive Impulse. Eher negative Signale seien zuletzt vom Arbeitsmarkt gekommen, was den privaten Konsum weiterhin drücken dürfte.

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