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Binnennachfrage kommt in Gang - Rückläufige Exporte dämpfen Wachstum

Die Erholung der deutsche Binnennachfrage hat ein schwächeres Wirtschaftswachstums im dritten Quartal nicht verhindern können. Die konjunkturelle Belebung erhielt nach Einschätzung von Experten einen Dämpfer durch den Rückgang der Exporte.

dpa-afx WIESBADEN. Die Erholung der deutsche Binnennachfrage hat ein schwächeres Wirtschaftswachstums im dritten Quartal nicht verhindern können. Die konjunkturelle Belebung erhielt nach Einschätzung von Experten einen Dämpfer durch den Rückgang der Exporte. Im dritten Quartal stieg die inländische Verwendung um 2,1 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Dagegen waren die Exporte erstmals seit vier Quartalen rückläufig. Sie gingen um 1,1 Prozent zurück.

Im Vergleich zum zweiten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur noch um 0,1 Prozent. In den beiden Vorquartalen hatte das Wachstum noch bei je 0,4 Prozent gelegen. Die Statistiker bestätigten damit ihre erste Berechnung.

Exporterholung Erwartet

Entscheidend für die weitere Konjunkturentwicklung in Deutschland dürfte nach Einschätzung von Volkswirten vor allem die weitere Entwicklung der Binnennachfrage sein. Auch die Exporte dürften laut Commerzbank in den nächsten Monaten wieder zulegen. Der Rückgang des Wirtschaftswachstums im dritten Quartal sei angesichts der kräftigen Expansion der Weltwirtschaft überraschend und sollte eher einen Ausreißer darstellen.

Deutlich pessimistischer äußert sich dagegen die HVB Group. Es sei keine nachhaltige Erholung der deutschen Binnennachfrage zu erwarten, schreiben die Experten. Das Wachstum der Binnennachfrage im dritten Quartal sei wenig beeindruckend gewesen. Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit dürfte den Konsum weiter dämpfen. Auch die Arbeitsmarktreformen der Bundesregierung dürften zunächst die Bereitschaft der Verbraucher für Konsumausgaben mindern. Trotz höhere Ausgaben für die Bauindustrie vor der Fußballweltmeisterschaft 2006 dürfte die Baukonjunktur schwach bleiben.

Deutschland dürfte laut HVB beim Wirtschaftswachstum weiter unter dem Niveau der europäischen Nachbarn liegen. Im Jahr 2005 sei lediglich ein Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent zu erwarten. Die Bundesregierung erwartet für das kommende Jahr ein Wachstum von 1,7 Prozent.

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