Biochip-Hersteller hält an Prognosen fest
Genescan wächst in der Lebensmittel-Analyse

Mit stärkerem Produktumsatz, wachsender Auslandspräsenz sowie kleineren Akquisitionen will die Genescan Europe AG ihr Geschäft vorantreiben. Das Freiburger Unternehmen sieht daher keinen Anlass, die beim Börsengang im vergangenen Sommer präsentierten Prognosen nach unten zu revidieren.

shf FRANKFURT/M. Mit stärkerem Produktumsatz, wachsender Auslandspräsenz sowie kleineren Akquisitionen will die Genescan Europe AG ihr Geschäft vorantreiben. Das Freiburger Unternehmen sieht daher keinen Anlass, die beim Börsengang im vergangenen Sommer präsentierten Prognosen nach unten zu revidieren. Vorstandsvorsitzender Ulrich Birsner geht weiterhin davon aus, den Umsatz 2001 auf rund 25 Mill. Euro zu verdoppeln und in den folgenden Jahren mit ähnlichen Raten zu expandieren. Den operativen Verlust vor Abschreibungen (Ebitda) erwartet er 2001 bei etwa 3,2 Mill. Euro. Im Jahr darauf hofft man die Gewinnschwelle zu überschreiten.

Im vergangenen Jahr hat Genescan den Umsatz mit 12,3 (4,9) Mill. Euro mehr als verdoppelt. Gleichzeitig erhöhte sich der Verlust vor Steuern deutlich stärker als geplant auf 8,6 (4,3) Mill. Euro, was Birsner vor allem auf einen unerwartet zügigen Personalausbau, einen etwas verzögerten Börsengang sowie höhere Kosten für Beratung und Zertifizierung zurückführt. Da man die Investoren bereits im Februar vorgewarnt hatte, nahm die Börse am Freitag sogar positiv auf: Die Genescan-Aktie verteuerte sich bis zum Handelsschluss sogar auf 19,30 Euro. Am Montag konnte das Papier bislang gegen den allgemeinen Trend zulegen (aktueller Kurs). Mit dem gesamten Biotech-Segment hatte sie allerdings in den vergangenen Monaten stark Federn gelassen und inzwischen gegenüber ihrem Höchstkurs mehr als vier Fünftel, und gegenüber dem Ausgabekurs vom vergangenen Sommer rund die Hälfte an Wert verloren.

Genescan erzielt derzeit noch drei Viertel ihres Geschäfts als Dienstleister in der Lebensmittelanalytik. Die mittelfristig größeren Chancen sieht Birsner indessen im Produktgeschäft mit sogenannten Biochips und den dazugehörigen Analysegeräten. Biochips ermöglichen den Nachweis bestimmter DNA-Abschnitte. Sie werden bisher fast ausschließlich in der biochemischen Forschung genutzt. Doch geht der Genescan-Vorstand davon aus, dass sie sich auch in der Routine-Analyse von Lebensmitteln stark durchsetzen werden. In einem zweiten Schritt will man auch Biochips für die medizinische Diagnostik entwickeln und anbieten. Dazu wurde in Berlin eine eigene Tochtergesellschaft etabliert. Im Vertrieb kooperiert Genescan unter anderem mit der Münchner Scil Diagnostics GmbH.

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