Biodata sucht neue Kapitalgeber
Biodata droht die Insolvenz

Der IT-Sicherheitsspezialist Biodata befindet sich nach eigenen Angaben in abschließenden Gesprächen mit Gläubigern und hat nur noch wenige Tage Zeit, um die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens abzuwenden.

REUTERS LICHTENFELS. "Der Vorstand befindet sich mit diversen Gläubigern in abschließenden Gesprächen, um eine Verschuldung abzuwenden und einen Gläubigerschnitt zu erreichen", sagte der Sprecher der im Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax-50 gelisteten Gesellschaft, Heiko Scholz, am Freitag.

Biodata suche zudem nach einem oder mehreren Kapitalgebern, um Liquidität ins Unternehmen zu holen. Um wen es sich dabei handele, wollte Scholz nicht sagen. Wenn beides bis Dienstag nicht gelinge, müsse Biodata Insolvenz beantragen, fügte er hinzu.

Scholz sagte, Biodota sei nach wie vor ein "attraktives Unternehmen" und es gebe in Deutschland großes Interesse an Sicherheits-Technologien, "so dass alle Gespräche optimistisch zu bewerten sind". Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Freitagausgabe) hatte berichtet, Biodata befinde sich mit einer Großbank als Hauptgläubiger in abschließenden Gesprächen, um die Überschuldung abzuwenden. Scholz wollte dazu keine Stellungnahme abgeben.

Am 30. Oktober hatte Scholz gesagt: "Uns bleiben 21 Tage Zeit, um Investoren zu finden und darüber hinaus einen Forderungsverzicht bei Gläubigern zu erreichen". Ansonsten müsse das Unternehmen einen Insolvenzantrag stellen. Der von Vorstand und Aufsichtsrat mit einer Sonderprüfung beauftragte Wirtschaftsprüfer hatte zum damaligen Zeitpunkt auf Basis des vorläufigen Abschlusses einen Wertberichtigungsbedarf von insgesamt mehr als 40 Mill. ? bei Biodata festgestellt. Damit sei das Unternehmen überschuldet und von Zahlungsunfähigkeit bedroht. Scholz sagte damals, derzeit habe Biodata noch liquide Mittel in Höhe von 1,9 Mill. ?. Zudem habe die Gesellschaft eine Verschuldung von 13,5 Mill. ? aus einer Wandelanleihe in Anspruch genommen. Darüber hinaus bestehen weitere Verbindlichkeiten, über deren Höhe Scholz keine Angaben machen wollte.

Anfang Oktober hatte Biodata angekündigt, seine Umsatz- und Ertragsziele für das dritte Quartal und das Gesamtjahr deutlich zu verfehlen. Für 2001 erwartet die Gesellschaft den damaligen Angaben zufolge einen Umsatz auf Vorjahresniveau von 23,5 Mill. ?. Die Zahlen für das dritte Quartal, die eigentlich am Donnerstag hätten veröffentlicht werden sollen, würden nun erst Ende November bekannt gegeben, sagte Scholz.

Die Biodata-Aktie, die am 27. Dezember aus dem Nemax-50 herausfällt, stieg am Freitagmittag über 24 % auf 0,72 ?.

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