Biogen und Idec fusionieren
Neuer Biotech-Riese entsteht

Die US-Biotechfirma Idec Pharmaceuticals will per Aktientausch in Milliardenhöhe den Wettbewerber Biogen übernehmen und dadurch Produktions- und Verwaltungskosten einsparen. Dies wäre die größte Übernahme in der US-Biotechbranche seit dem vor rund einem Jahr abgeschlossenen zehn Mrd. Dollar schweren Kauf von Immunex durch Amgen.

Reuters NEW YORK. Im Rahmen der Transaktion mit einem Volumen von rund 6,8 Mrd. Dollar sollten Biogen-Aktionäre 1,15 Idec-Anteile für jede ihrer Aktien erhalten, teilten beide Firmen am Montag mit. Somit besäßen Idec-Aktionäre rund 50,5 % des fusionierten neuen Unternehmens Biogen Idec Inc. Für dieses Jahr werde ein gemeinsamer Umsatz von rund 1,55 Mrd. Dollar erwartet. Mit dem Abschluss der Übernahme sei zum Ende des dritten oder Anfang des vierten Quartals zu rechnen. Die Aktien beider Unternehmen reagierten zu Handelsbeginn in einem schwachen Marktumfeld in New York mit Kursverlusten.

Idec-Vorstandschef und-Chairman William Rastetter soll den Angaben zufolge auch Chairman der neuen Gesellschaft sein. Vorstandsvorsitzender werde Biogen-Chef James Mullen. Für Branchen-Experten wird der geplante Zusammenschluss als Zeichen dafür gesehen, dass sich die US-Biotechindustrie weiter konsolidiert. In den vergangenen Monaten hatten in den USA bereits eine Reihe kleinerer Biotech-Unternehmen andere Firmen übernommen, um unter anderem mit den Barmitteln der erworbenen Unternehmen die eigene Produktentwicklung voranzutreiben.

Idec ist in der Immuntherapie zur Behandlung von Krebs tätig und konzentriert sich seit einiger Zeit nach eigenen Angaben auch auf Autoimmunkrankheiten. Biogen vertreibt unter anderem das Produkt Avonex zur Behandlung der Nervenerkrankung Multiple Sklerose (MS) sowie Amevive gegen Schuppenflechte. Die zwei Biotech-Firmen würden sowohl operativ wie auch von der Unternehmenskultur her perfekt zusammenpassen, sagte Idec-Chef Rastetter.

Biogen teilte ferner mit, dass das Unternehmen wahrscheinlich die Ergebnisschätzungen von Wall-Street-Analysten für das zweite Quartal verfehlen werde. Gründe seien unter anderem geringer als erwartete Royalty-Zahlungen für Hepatitis-Medikamente. Unter Royalties werden eine Art Provisionszahlung an Biotechunternehmen in Höhe eines gewissen Prozentsatzes vom Umsatz bereits vermarkteter Produkte verstanden. Biogen erwartet für das zweite Quartal einen Gewinn je Aktie von 32 bis 38 Cent. Analysten hatten nach einer Umfrage von Thomson First Call dagegen im Schnitt mit 42 Cent gerechnet.

Biogen-Aktien verloren im frühen US-Handel in einem schwächeren Gesamtmarkt 3,2 % auf 42,40 Dollar. Idec-Aktien büßten 3,5 % auf 37,60 Dollar ein. Außerbörslich hatten beide Titel zuvor auf der elektronischen Handelsplattform Instinet noch zulegen können.

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