Biotech-Bereich präsentiert sich schwach
US-Indizes drohen erste Verluste

Der Handel an den amerikanischen Börsen hat sich in den Vormittagsstunden verschlechtert, zur Mittagsstunde notiert der Dow Jones Index mit 45 Punkten im roten Bereich, die Nasdaq verliert 9,3 Zähler.

NEW YORK. Dennoch ist der Neujahrswunsch der Börsianer nicht zu überhören: "Dieses Jahr muss alles besser werden". Entsprechend gespannt ist die Atmosphäre während des Handels in der Verlustzone. Denn die ersten drei Handelstage gelten als ein Indikator für das ganze Jahr. Stehen an den Tagen bis zum Wochenende Gewinne zu Buche, sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Jahr einen Aufschwung bringe, sagen die Auguren.

Der erste Handelstag 2002 hatte so schlecht nicht begonnen. Der nationale Einkäufer-Index, der ab sofort ISM heißt, stieg im Dezember auf 48,2 Punkte und schlägt damit die durchschnittlichen Schätzungen der Analysten um 2,2 Punkte. Allerdings bezeichnet ein Wert unter 50 Punkten noch immer einen Rückgang der Geschäftsaktivitäten. Der Indikator für Auftragseingänge stieg auf 54,9 Punkte. Vorsichtig gibt man sich bei Merrill Lynch in der Bewertung der Daten. Analyst Bruce Steinberg warnt, es müsse sich nun keineswegs gleich ein Wirtschaftswachstum einstellen. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im ersten Quartal bestenfalls leicht positiv sein. Erst im zweiten Halbjahr sei mit deutlich stärkeren Wachstumsraten zu rechnen.

Den Dow Jones Index belasten am Mittwoch vor allem die Aktien der Industriemultis. Eastman Kodak verliert 2,8 Prozent, Honeywell notiert mit 2,4 Prozent in den Miesen. United Technologies und 3M verlieren jeweils mehr als ein Prozent. Aber auch die Baumarktkette Home Depot , Branchenführer auf dem US-Markt, gibt zwei Prozent ab.

Überhaupt leidet zur Wochenmitte der Einzelhandel. Mehr als 15 Prozent verliert die Aktie von K-Mart. Trotz eines 110-Stunden-Verkaufsmarathons über Weihnachten blieb die Kette nur am unteren Ende der prognostizierten Umsätze. Die Analysten von Prudential Securities stufen das Papier von "halten" auf "verkaufen" ab. Sie halten einen Bankrott für sehr wahrscheinlich.

Der Online-Auktionator E-Bay verliert 2,7 Prozent. Die Analysten von Robertson Stephens erhöhen zwar das Kursziel für die Aktie, stufen sie aber von "aggressiv kaufen" auf "kaufen" ab.

An der Technologiebörse notieren Hard- und Software zur Stunde deutlich im Plus. Auch die Titel der Netzwerkbranche legen zu. Redback Networks führt den Sektor mit einem Plus von 9,6 Prozent an, nachdem die Analysten von Morgan Stanley die Aktie positiv bewertet. Die Umsätze des Unternehmens seien den Prognosen deutlich voraus, urteilen die Experten, die das Kursziel für Redback auf fünf Dollar bestätigen. Die Aktie handelt zu Stunde bei 4,30 Dollar.

Chipsektor verzeichnete Zugewinne

Stark präsentiert sich der Chipsektor, gestützt vor allem von der Nachricht, dass die Absätze im November um 1,6 Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar gestiegen seien. Während in den USA kein Plus zu verzeichnen war, kletterten die Chipverkäufe in Europa um fünf Prozent und in Asien um 2,5 Prozent. Hynix Semiconductor, der weltweit drittgrößte Speicherchiphersteller, hebt zum dritten Mal innerhalb eines Monats seine Preise, dieses Mal um dreißig Prozent. Papiere von Hynix gewinnen 15 Prozent.

Der Chiphersteller Intel legt 2,3 Prozent zu, obwohl die Analysten der Bank of America bei der Beurteilung der Aktie zur Vorsicht raten. Während die Investitionsaufwendungen auf einem 15-Jahres-Hoch sind, liegt die Kapitalrendite auf einem 15-Jahres-Tief. Die Analysten rechnen damit, dass Intel die Investitionen von im Jahr 2002 von 7,5 Milliarden auf 6,5 Milliarden zurückfahren wird, was die Ergebnisse von Zulieferern wie Applied Materials, Novellus und KLA Tencor beeinträchtigen könnte.

Was die Nasdaq hingegen belastet, ist die Schwäche im Biotech-Sektor. 3,2 Prozent gibt die Branche nach, und das ausgerechnet nachdem sie zum Jahreswechsel im Nasdaq 100 auf Kosten einiger Tech-Verlierer wie Palm und Ariba aufgewertet wurde. Gilead bricht um 6,6 Prozent ein, Myriad, Protein Design Labs, Millennium und Celgene verlieren jeweils um drei Prozent.

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