Biotech-Gründer Karsten Henco
Millionen-Deal gegen Alzheimer

386 Millionen Dollar ist dem US-Biotech-Riesen Biogen Idec die Zusammenarbeit mit dem Züricher Startup-Unternehmen Neurimmune wert. Im Interview verrät Karsten Henco, Mitgründer und Business-Angel von Neurimmune, was das Ziel dieser Kooperation ist.

Herr Henco, sie sind Mitgründer und Business-Angel des Züricher Startup-Unternehmens Neurimmune. Heute geben Sie eine Kooperation mit Biogen-Idec im Wert von 386 Millionen US-Dollar bekannt. Was bekommt der US-Biotech-Riese aus Cambridge dafür?

Neurimmune konzentriert sich auf neurodegenerative Erkrankungen wie das Massen-Alters-Leiden Alzheimer. Von diesem allmählichen geistigen Verfall sind weltweit etwa 15 Millionen Menschen betroffen. Gegen die Erkrankung haben wir Antikörper als mögliche Vorbilder für Wirkstoffe gefunden - und die versuchen wir zusammen mit Biogen-Idec weiter zu entwickeln.

Werden diese Antikörper schon am Menschen erprobt?

Nein. Erste klinische Tests werden frühestens 2009 möglich sein. Wir sind noch in einem sehr frühen Stadium.

Und dafür beabsichtigt Biogen-Idec, bis zu 386 Millionen Dollar zu bezahlen? Was ist so besonders daran?

Therapieansaetze unter Einbeziehung des Immunsystems sehen durchaus vielversprechend aus. Deshalb hat der Pharmakonzern Pfizer 2006 sogar für viel Geld ein ähnlich gelagertes Unternehmen namens Rinat aus San Francisco gekauft. Unser Ziel ist die Umsetzung von Forschungsergebnissen zu der Frage, warum bestimmte Populationen von Menschen nicht erkranken oder ihre Erkrankung zum Stillstand gekommen ist. Wir suchen nach Bauplänen von Antikörpern, die sich an die sogenannten Amyloid-Plaques anlagern. Diese Plaques bilden sich bei Alzheimer-Patienten direkt neben den Nervenzellen im Gehirn und lassen sie absterben. Die Antikörper sollen mit ihrem Angriff auf die Plaques den Zerfall der Nervenzellen verhindern. Ein Novum ist die Tatsache, dass wir die Baupläne unserer Antikörper nicht beispielsweise aus Untersuchungen und Vergleichsstudien an Mäusen ableiten, sondern von Populationen gesunder oder bezogen auf Alzheimer geistig stabiler alter Menschen lernen. Wir versuchen sozusagen, aus Erfolgsstrategien des Menschen für eine Medikamenten-Entwicklung zu lernen.

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