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Biotechnisch manipuliertes Lachsmännchen zeugt Forellennachwuchs

London (dpa) - Ein biotechnisch manipuliertes Lachsmännchen in Japan hat Forellen gezeugt. Ein Forscherteam von der Tokioter University of Marine Science and Technology hatte dem Lachs zuvor so genannte Keimzellen von Forellen in die Bauchhöhle gepflanzt.

London (dpa) - Ein biotechnisch manipuliertes Lachsmännchen in Japan hat Forellen gezeugt. Ein Forscherteam von der Tokioter University of Marine Science and Technology hatte dem Lachs zuvor so genannte Keimzellen von Forellen in die Bauchhöhle gepflanzt.

Erstmals hätten sich in ihrer Studie in einem Tier Zellen einer anderen Tierart in funktionsfähige Eizellen und Spermien entwickelt, berichten die Forscher im britischen Fachjournal «Nature» (Bd. 430, S. 629). In ihren Versuchen arbeiteten Goro Yoshizaki und Kollegen mit zwei eng verwandten Lachsartigen - Regenbogenforellen und Masu- Lachsen.

Aus frisch geschlüpften Regenbogenforellen hatten die Biologen Keimzellen entnommen. Diese Vorstufen von Eizellen und Spermien pflanzten die Forscher in die Bauchhöhlen von 60 jungen Lachsen ein. 30 Tage später trugen 10 dieser Masu-Lachse die Forellen-Keimzellen in den Geschlechtsorganen. Auch nach der Geschlechtsreife der Fische fanden die Wissenschaftler die fremden Keimzellen noch in den Geschlechtsorganen von zwei Tieren. Damit sei bewiesen, dass Forellenkeimzellen in Lachsen zu den Genitalien wandern und sich zu Eizellen oder Spermien entwickeln, schreiben die Wissenschaftler.

Mit den Spermien eines derart veränderten, geschlechtsreifen Lachsmännchens befruchteten die Biologen die Eizellen von Forellen. Von mehr als 2300 so entstandenen Fischembryonen seien nur 10 Fische lebensfähig gewesen, berichten die Forscher. Diese 10 Tiere seien reine Forellennachkommen gewesen, wie die Analyse ihres Erbmaterials ergab. Bei den übrigen Nachkommen hätte es sich um so genannte Hybridembryonen gehandelt. Diese waren aus der Befruchtung von Forellen-Eizellen mit Lachsspermien hervorgegangen. Alle diese Mischwesen seien bereits mit Missbildungen geschlüpft und gestorben, schreiben die japanischen Forscher. Hingegen seien die 10 Forellenembryonen normal aufgewachsen.

Mit ihrer Methode könne es in Zukunft möglich sein, Keimzellen von langsam wachsenden Fischen in schneller wachsenden Fischen zu produzieren, sagen die Forscher. Das Transplantieren von Keimzellen könne außer für die Fischproduktion auch zum Schutz bedrohter Lachsartiger dienen.

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