Biotechnologie
Morphosys verfehlt beim Umsatz Analystenerwartungen

Das Biotechnologieunternehmen Morphosys AG ist mit seinem Umsatz im ersten Quartal 2001 hinter Analystenschätzungen zurückgeblieben und hat einen Quartalsverlust verbucht.

Reuters MARTINSRIED. Der Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund 97 % auf 2,76 (Vorjahr: 1,402) Mill. Euro gestiegen, teilte das im Blue Chip-Indes Nemax 50 des Neuen Marktes gelistete Unternehmen am Montag mit. Analysten hatten einen Erlös zwischen 4,05 und 4,5 Mill. Euro erwartet. Der Quartalsverlust beläuft sich nach Unternehmensangaben auf 2,03 (minus 4,559) Mill. Euro. Die Vergleichszahlen für 2000 seien dabei an die seit dem vierten Quartal angewandte US-Bilanzierungsregel SAB 101 angepasst worden, sagte eine Unternehmenssprecherin. Die Aktie verlor zu Handelsbeginn mehr als 10 %.

"Morphosys ist ein junges Unternehmen. Die Ergebnisse sind schwer vorherzusagen", sagte Thomas Schiessle, Analyst von Delbrück Asset Management. Er empfiehlt, die Aktie zu "Akkumulieren". Die Analysten von SES Research teilten mit, die Umsatzprognosen von 4,2 Mill. Euro seien deutlich verfehlt worden. "Die Aussagekraft einzelner Quartalsergebnisse ist bei Biotechnologieunternehmen wie Morphosys jedoch stark eingeschränkt, da sich diese durch Meilensteinzahlungen sehr unstetig entwickeln." Auch wenn kurzfristig mit Kurskorrekturen zu rechnen sei, bleibe die Einstufung der Aktie als "Marketperformer" bestehen, weil davon ausgegangen werde, dass Morphosys die Jahresprognose der Analysten erreiche. Für die Analysten von Merck Finck & Co ist der Umsatz wegen geringerer als erwarteter Zahlungen aus den Kooperationen mit Bayer und Hoffmann La Roche mit 0,8 Mill. Euro schlechter als prognostiziert ausgefallen.

Nach Unternehmensangaben sind fast 87 % der Umsätze im ersten Quartal mit therapeutischen Antikörpern erzielt worden, während auf Forschungskooperationen 9,5 % des Umsatzes entfallen seien, teilte Morphosys weiter mit. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor sei das Erreichen zweier Meilensteine in den Kooperationen mit Hoffmann-La Roche und Bayer. Im Februar hatte Morphosys das Erreichen eines ersten Meilensteins in der Zusammenarbeit bei therapeutischen Antikörpern mit Bayer bekannt gegeben. Ende März war nach Angaben des Unternehmens in der Kooperation mit Roche bei der Entwicklung einer Antikörper-Therapie gegen Alzheimer ein zweiter Meilenstein erreicht worden.

Die betrieblichen Aufwendungen seien im Quartalsvergleich um 2,1 Mill. Euro auf 4,9 Mill. Euro gestiegen, heißt es in dem Geschäftsbericht des Unternehmens. Dabei sei ein Verlust der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 2,2 (minus 1,4) Mill. Euro entstanden. Die Kosten für Forschung und Entwicklung hätten sich um 0,4 auf 2,1 Mill. Euro erhöht, bei Verwaltung und Vertrieb seien sie auf 1,8 (1,2) Mill. Euro gestiegen. Dies sei auf die Einstellung neuer Mitarbeiter, Lizenzzahlungen an Dritte sowie den Ausbau der amerikanischen Niederlassung zurückzuführen. 0,9 Mill. Euro des operativen Verlustes seien auf Personalaufwand aus Aktienoptionen entfallen. Zum Quartalsende verfügte Morphosys nach eigenen Angaben über mehr als 20 Mill. Euro an liquiden Mitteln. Der Cash-Flow aus operativer Geschäftstätigkeit habe mit 0,9 Mill. Euro im Minus gelegen nach minus 1,6 Mill. Euro im Vorjahresquartal.

Für 2001 hatte Morphosys zuletzt fünf bis sieben neue Kooperationsverträge angekündigt. Im Januar hatte das Biotechnologieunternehmen mit der in Cambridge ansässigen Biotechfirma Biogen sowie mit Centocor Diagnostics, einer Tochter des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson, ein Kooperationsabkommen geschlossen. Derzeit hat Morphosys nach eigenen Angaben elf kommerzielle Partnerschaften mit pharmazeutischen und biotechnologischen Unternehmen. Nach früheren Angaben erwartet Morphosys im laufenden Jahr einen Umsatz zwischen 15 und 18 Mill. Euro nach 8,4 Mill. Euro im Vorjahr. Die Gewinnschwelle solle 2002 erreicht werden.

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