Biotechnologie, Software und Weiterentwicklungen aus der Militärtechnik sind weltweit gefragt
Israels Hightech-Sektor fasst wieder Tritt

Die israelische Hightech-Industrie hat die Krise überwunden und gehört wieder zu den Wachstumsbranchen. Das jedenfalls sagt Venture-Capitalist Jonathan Medved von der Firma Israel Seed Partners in einem Interview mit der israelischen Wirtschaftszeitung "Globes".

hn TEL AVIV. Wegen der weltweiten Wirtschaftskrise und der seit über drei Jahren anhaltenden Intifada haben auch Hochtechnologie-Firmen massiv Personal abbauen müssen. Aber die Branche erweise sich als erstaunlich robust. "An interessanten Möglichkeiten herrscht kein Mangel", meint Glen Schwaber von der Investmentfirma Jerusalem Venture Partners. Zuversichtlich gibt sich auch Zeev Holtzman von der Firma Giza Venture Capital: Beim Blick in die Zukunft sei "der Optimismus größer als in den vergangenen drei Jahren".

Noch hat die Branche das Investitionsvolumen der späten neunziger Jahre nicht erreicht. Doch im dritten Quartal sei in die israelische Hightech-Branche mehr Risikokapital geflossen als in europäische Start-ups, sagt Medved gestützt auf einen Bericht von Ernst & Young. Die Zuversicht wird durch positive Meldungen geschürt. So äußerte Ende November Eastman Kodak die Absicht, die digitale Druckabteilung der israelischen Firme Scitex zu kaufen.

Der Hightech-Sektor ist wieder eine der führenden Branchen der israelischen Wirtschaft. Er erwirtschaftet wie vor vier Jahren fast die Hälfte der Ausfuhren der verarbeitenden Industrie. Die israelischen Hightech-Unternehmer haben sich auf Kommunikation, Software und Biowissenschaften spezialisiert. Viele Spezialisten werden vom Militär rekrutiert, wo sie sich auf die Entwicklung von Waffen- und Sicherheitssystemen perfektioniert haben. So setzt die Armee zum Beispiel an den Checkpoints demnächst biometrische Sensoren ein, um die Identitäten der Palästinenser zu erkennen. Das neue System, das die Gesichtsdimensionen und die Handgeometrie lesen kann, erhöhe die Schnelligkeit und die Sicherheit bei der Grenzabfertigung, sagt ein Sprecher der Firma On Track Innovations.

Auf Grund des kleinen Binnenmarktes kann die Industrie nur mit Exporten überleben. Weil ausländische Investoren Tel Aviv aus Angst vor Terroranschlägen nur ungern anfliegen, sind israelische Unternehmer häufiger im Ausland unterwegs als früher. Das sei ein Anreiz, meint ein VC-Manager: "Um das politische Risiko zu kompensieren, muss unsere Technologie um einiges besser sein als die ausländische Konkurrenz".

Laut einer neuen Untersuchung der Ökonomieprofessoren Danny Sidon und Zvi Eckstein hätte allerdings weder ein weltweiter Wirtschaftsaufschwung noch ein High-Tech-Boom eine nachhaltige Konjunkturbelebung zur Folge, so lange der Terror nicht aufhört.

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