Biotechnologietochter metaGEN soll an die Börse gebracht werden
Schering hält beschleunigten Wachstumskurs

Der Pharmakonzern hat nach einem kräftigen Wachstum in den ersten neun Monaten seine Prognose für das Gesamtjahr 2000 angehoben.

dpa BERLIN. Der Pharmakonzern Schering hat nach einem kräftigen Wachstum in den ersten neun Monaten seine Prognose für das Gesamtjahr 2000 angehoben. Erwartet wird jetzt eine Steigerung des Umsatzes um 23 % nach bisher 20 %. Der Gewinn werde noch einen etwas höheren Zuwachs erreichen, kündigten Vorstandschef Giuseppe Vita und Finanzvorstand Klaus Pohle am Montag in Berlin an. Für 2001 werde weiterhin von einer zweistelligen Ertragssteigerung ausgegangen. Dann wolle man auch im Medikamentenbereich Leukämie weltweit die Nummer Eins werden.

Vita, der am 26. April 2001 aus Altersgründen von Hubertus Erlen (57) abgelöst wird, sagte, Schering befinde sich in allerbester Verfassung. Im Dreivierteljahr habe der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 25 % auf rund 3,4 Mrd. Euro zugelegt. Davon waren acht Prozentpunkte wechselkursbedingt. Der Gruppengewinn erhöhte sich um 27 % auf 270 Mill. Euro (536,22 Mill. DM). Das Ergebnis je Aktie habe sich um 30 % erhöht, womit man auf Rekordkurs liege.

Als so genanntes Spin-off soll die Biotechnologietochter metaGEN GmbH Ende 2002 an die Börse gebracht werden. Die Umwandlung in eine AG erfolge im ersten Quartal 2001. Rechtlich verselbstständigt und an eine Investorengruppe veräußert wird auch das Inhalationsgeschäft der finnischen Tochter Leiras Oy. Die neue Firma Focus Inhalation Oy soll zum 1. November die Arbeit aufnehmen. Leiras Oy werde nur noch eine Minderheitsbeteiligung halten.

Schering ist seit 12. Oktober an der New Yorker Börse notiert

Pohle sagte, besonders herausragend sei die Umsatzentwicklung von 39 % auf 750 Mill. Euro in den USA und die weiterhin gute Entwicklung des umsatzstärksten Produktes Betaferon. Das Multiple Sklerose-Medikament legte um 33 % auf 440 Mill. Euro zu. Das Plus in den USA sei je zur Hälfte auf Mengensteigerung und Wechselkursveränderung zurückzuführen. 2001 werde das Wachstums dort ebenfalls deutlich über 30 % liegen. Schering ist seit 12. Oktober an der New Yorker Börse notiert.

In Japan kletterte der Umsatz 48 % auf 477 Mill. Euro. Dabei spielten neben dem eigenen Wachstum die Integration der Tochtergesellschaft Mitsui und der starke Yen eine Rolle. In Europa wurden 1,51 Mrd. Euro umgesetzt, was einen Anstieg von 14 % bedeutet. In Lateinamerika und Kanada legte der Umsatz um 29 % auf 345 Mill. Euro zu bei einem Mengenwachstum von 14 %.

Erlen kündigte an, er wolle am erfolgreichen Wachstumskurs festhalten. Die Investitionen sollen auf hohem Niveau gehalten und die Biotechnologie maximal ausgenutzt werden. Für die nächsten zwei Jahre habe man eine hervorragende Produktpipeline und wolle kleinere Akquisitionen tätigen. Ein Problem seien Kapazitätsengpässe bei der Werkstoffherstellung. Daher werde am Standort Bergkamen aufgestockt. Schwierig sei es auch, die künftige Zusammensetzung des Portfolios zu entscheiden. Es gebe mehr kreative Ideen als Projekte verfolgt werden könnten. Qualifizierte Mitarbeiter ließen sich schwieriger halten. Schering hat weltweit rund 23 500 Beschäftigte.

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