Biotechunternehmens gegründet
Roche treibt Gewinne in die Höhe

Der Pharmakonzern erwartet für 2000 ein zweistelliges Gewinnwachstum. Der Umsatz im dritten Quartal stieg um 3 % auf 20,3 Mrd. sfr.

Reuters BASEL. Der Pharmakonzern Roche hat den Umsatz im dritten Quartal in Schweizer Franken um zehn und in Lokalwährungen um 3 Prozent auf 20,3 (Vorjahr 18,5) Mrd. sfr gesteigert. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen Anstieg des Konzerngewinns vor ausserordentlichen Erträgen von zehn bis 15 %, teilte Roche am Dienstag mit.



Nicht eingerechnet in diese Schätzung sei der Ertrag aus dem Verkauf einer 19-Prozent-Beteiligung an der US-Biotechnologie- Firma Genentech, hiess es. Roche hält gegenwärtig 55 % an Genentech. Roche hatte zu Jahresbeginn weitere Teile ihrer Beteiligung am US-Unternehmen verkauft. Einen Ausblick für den Umsatz für das laufende Jahr machte Roche nicht. Roche gab zudem die Gründung eines Biotechunternehmens bekannt.

In Analystenkreisen wurde das Quartalergebnis als den Erwartungen entsprechend bezeichnet. Einzelne Beobachter werteten das Ergebnis aber als leicht unter den Prognosen. An der Schweizer Börse notierten die Genussscheine unverändert mit 15 720 sfr.



Im grössten Bereich Pharma konnte Roche den Umsatz in Lokalwährungen um zwei und in Schweizer Franken um neun Prozent auf 13,06 (11,96) Mrd. sfr steigern.



Beim Fettleibigkeitsmedikament Xenical hätten sich die Verkäufe auf hohem Niveau gehalten. Sehr gut entwickelt hätten sich die Medikament Roaccutan (schwere Akne), CellCept (Transplantation), NeoRecomon (Blutarmut) und Neupogen (Mangel an weissen Blutkörperchen).

Nach den Worten von Firmenchef Franz Humer dürfte das Pharma-Wachstum von Roche im laufenden Jahr in lokalen Währungen im tiefen einstelligen Bereich ausfallen. "Ich glaube, wir werden am Ende des Jahres ein tiefes einstelliges Wachstum in der Pharma-Division haben", erklärte Humer gegenüber Reuters. Für das Jahr 2001 rechnet Humer mit einem Wachstum, das dem Marktwachstum gleichkommen dürfte. Auf die Frage, ob er die Meinung der Analysten teile, dass der Pharma-Markt im kommenden Jahr sieben bis acht Prozent wachsen werde, erklärte Humer: "Irgendwo in diesem Bereich".

Im Bereich Diagnostics stieg der Umsatz um 13 % in Lokalwährungen und in Franken um 19 % auf 4,53 (3,80) Mrd. sfr. Roche habe ihre Spitzenposition in allen Bereichen und allen Regionen ausbauen können. Auch für die Zukunf ist Roche zuversichtlich, ein starkes Wachstum in diesem Bereich erzielen zu können.

Im kleinsten Bereich Vitamine und Feinchemikalien fiel der Umsatz in lokalen Währungen um sieben Prozent und in Franken um ein Prozent auf 2,71 (2,73) Mrd. sfr. Die Abnahme ist allerdings eine Folge des Verkaufs des Geschäfts mit medizinischen Futtermittelzusätzen. Sonst hätten eine Zunahme in Franken von drei Prozent resultiert. In Lokalwährung wurde aber ein Minus von vier Prozent registriert.

Weiter teilte Roche mit, sie habe mit der Basilea Pharmazeutica ein neues Biotech-Start-Up-Unternehmen gegründet. Basilea sei ein unabhängiges Biotechnologieunternehmen, das neuartige Medikamente gegen Infektions- und Hautkrankheiten erforschen und entwickeln soll. Basilea werde mit einer starken Produktepalette starten. In Basilea fliesse das Forschungs- und Entwicklungs-Know-how von Roche und das im Laufe der vergangenen 15 Jahre erworbene geistige Eigentum im Bereich Antibiotika, Pilzerkrankungen und Hautkrankheiten ein. Die Geschäftsleitung und das Personal von Basilea werde vor allem aus früheren Roche-Mitarbeitenden bestehen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%