Biotek-Sektor im Aufwind
Wall Street: US-Märkte am Mittag unentschlossen

Auch am Nachmittag wissen die US-Märkte nicht wohin. Der Dow Jones Index eröffnete im Plus, drehte dann noch in den ersten Handelsminuten ins Minus, fing sich wieder und fuhr Gewinne ein, zur Stunde notiert er wieder in der Verlustzone. Der Dow Jones verliert 36 Punkte oder 0,4 % und notiert auf 9 049 Punkten.

wsc NEW YORK.Der Technologie-Index Nadaq gibt nach ähnlichem Handelsverlauf am Mittag 30 Punkte oder 1,85 % ab und notiert bei 1 576 Punkten. Der Handel an den New Yorker Börsen ist nach wie vor schwach, die Unsicherheit des politischen und militärischen Umfelds lähmt das Interesse der Investoren.

Vier Wochen nach den Terror-Attacken gegen Amerika und drei Tage nach Beginn der Vergeltungsschläge gegen das Taliban-Regime ist die Güternachfrage am Boden. Darunter leiden Produzenten und Händler. Das Verbrauchervertrauen notiert auf historisch miedrigem Niveau und am Morgen wurden auch noch Zahlen veröffentlicht, die den Trend einmal mehr bestätigen. Im Monat September sind die Verkäufe im Einzelhandel um 0,2 % gesunken, Schätzungen vor den Attacken auf World Trade Center und Pentagon verhießen einen Anstieg um 2,3 %.

Aufwärts geht es am Dienstag nur für wenige Sektoren. Die Biotech-Unternehmen legen im Handel deutlich an Wert zu - dank guter Unternehmensnachrichten. Das Papier von Cepheid legt um über 60 % zu. Das kalifornische Unternehmen hat einen Schnelltest zur Erkennung verschiedener Infektionen, wie zum Beispiel Milzbrand, auf dem Markt. Das koffer-große System wird zunächst an das Militär geliefert. Die Bundespolizei FBI ermittelt derweil verstärkt im Zusammenhang mit einem Terrorhintergrund bei zwei Milzbrand-Erkrankungen in Florida nicht aus. Der Milzbrand-Erreger ist in dem Kampfgas Anthrax zu finden.

Weiteren Auftrieb erhält der Biotech-Sektor von Myriad und Cell Pathways, die jeweils um fast 10 % gewinnen. Myriad berichtet am Morgen von Fortschritten in der Krebsbehandlung, Cell Pathways sagt, man sei in der Leukämie-Forschung ein großes Stück vorangekommen. Das Unternehmen hat ein Verfahren entwickelt, Krebszellen im Körper zu töten, ohne dabei gesunde Zellen zu schädigen.

Zu den marktstützenden Sektoren gehören zur Mittagsstunde auch die Ölfirmen und - nach Montagseinbrüchen - die Finanzdienstleister. Den Finanzsektor treibt unter anderem eine Meldung von First Data . Der größte US-Kreditkartenservice hat im vergangenen Quartal alle Analystenerwartungen übertroffen. Die Aktie von First Data legt im morgendlichen Handel über 8% zu. Auch die Papiere von Banken und Brokerhäusern legen zur Stunde zu.

Weitere Gewinne fährt am Dienstag auch Viisage ein. Der Hersteller von Sicherheits-Systemen hat einen Großauftrag an Land gezogen, das Unternehmen wird das erste Personenerkennungssystem an einem US-Flughafen installieren. Viisage hat seit den Attacken vom 11. September über 550 % an Wert zugelegt, am Dienstag gehört das Papier erneut zu den heißesten Titeln und legt über 10 % zu. Die Konkurrenten hingegen, darunter Visionix und Invision geben am Morgen nach.

Auf die Nasdaq drücken am Mittag besonders die Big Caps. Die Aktie von Microsoft verliert über 4 %. Am Morgen hat der US Supreme Court den Antrag des Softwaregiganten auf eine erneute Anhörung abgewiesen. Laut jüngstem Rechtsspruch hat Microsoft auf illegale Weise das Monopol des Windows Betriebssystems ausgenutzt. Auch die übrigen großen Tech-Werte geben deutlich nach. Cisco musste am Morgen ein Downgrade der Analysten von JP Morgan einstecken und verliert 3 %. Intel , Dell und Oracle brechen am Dienstag ebenfalls ein.

Anteile von Motorola haben zur Stunde f5 % verloren. Das Unternehmen wird am Abend Quartalsprognosen vorlegen, und die Analysten mehrerer Brokerhäuser erwarten eine Gewinnwarnung. Auch von Ford kommt am Morgen nichts Gutes: Der Automobilkonzern wird wohl am 11. Oktober die Dividende senken. Davon gehen zumindest die Analysten von Goldman Sachs aus. Der US-Autokonzern verliert zunehmend Marktanteile, die Ertragslage im LKW-Bereich hat nachgelassen und der Wettbewerbskampf ist deutlich härter geworden. Das Papier verliert 1,5 %.

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