BIP steigt um vier Prozent
US-Wirtschaft wächst stärker als erwartet

Das Wirtschaftswachstum in den USA ist im dritten Quartal deutlich kräftiger ausgefallen als noch im Rahmen der ersten Schätzung angenommen.

vwd WASHINGTON. Nach Angaben des US-Handelsministeriums vom Dienstag erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Juli und September um annualisiert 4,0 % verglichen mit dem Vorquartal, nachdem die erste Schätzung auf ein Plus von 3,1 % gelautet hatte. Von vwd befragte Volkswirte hatten im Vorfeld zwar mit einer deutlichen Aufwärtsrevision gerechnet, im Mittel ihrer Prognosen allerdings lediglich einen Anstieg von 3,7 % gegenüber dem vorangegangenen Vierteljahr erwartet.

Im zweiten Quartal war das US-BIP um annualisiert 1,3 % verglichen mit dem Zeitraum von Januar bis März gewachsen, im ersten Quartal um 5,0 %. Als alternatives Maß für die Entwicklung der Teuerung in den USA wies das Ministerium in revidierter Rechnung eine Zunahme des so genannten PCE-Deflators von plus 1,7 (1. Schätzung: plus 1,9) Prozent aus. Im Vorquartal hatte sich der PCE-Deflator auf plus 2,7 % belaufen.

Hauptursache des unerwartet deutlichen BIP-Anstiegs im Berichtsquartal waren der erneut robuste Privatkonsum sowie der in diesem Ausmaß nicht vermutete Aufbau von Lagerbeständen durch die Unternehmen. Volkswirte gehen jedoch trotz des deutlichen BIP-Anstieges davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum im laufenden vierten Quartal signifikant abgeschwächt hat.

Wie aus dem Bericht des US-Handelsministerium weiter hervor geht, stiegen die Unternehmensgewinne nach Steuern im dritten Quartal um 2,1 % nach einem Anstieg von 1,7 % im zweiten Quartal. Die Ausgaben der Privathaushalte erhöhten sich um revidiert 4,1 (erste Schätzung: 4,2) Prozent, nachdem im zweiten Quartal ein Anstieg von 1,8 % verzeichnet worden war. Hinter dieser Zahl steht vor allem der Anstieg des Kfz-Absatzes, der in dem Anstieg der Umsätze in langlebigen Wirtschaftsgütern (plus 32,1 %) enthalten ist.

Die Unternehmensinvestitionen wurden auf minus 0,7 % revidiert, nachdem vorläufig ein Anstieg von 0,6 % geschätzt worden war. Damit kam es in diesem Wirtschaftsbereich das achte Quartal in Folge zu einem Rückgang. Innerhalb dieses Bereiches erhöhten sich die Umsätze in Computern und Computerausrüstungen um 6,6 (zweites Quartal: 3,3) Prozent. Die Realumsätze (BIP abzüglich der Veränderungen bei den privaten Lagerbeständen) stiegen um annualisiert und revidiert 3,5 (erste Schätzung: 3,2) Prozent.

Sowohl Import- als auch Exportwachstum haben im dritten Quartal deutlich an Tempo verloren. So erhöhten sich die Importe nur noch um revidierte 2,3 (1. Schätzung: 2,5) Prozent, während im zweiten Quartal noch eine Wachstumsrate von 22,2 % berichtet worden war. Die Exporte wuchsen um revidiert 3,3 (2,1) Prozent, nachdem sie im zweiten Quartal um 14,3 % zugelegt hatten.

Der Anstieg der öffentlichen Ausgaben im dritten Quartal wurde auf 3,1 (1. Schätzung: 1,8) Prozent revidiert. Wie aus dem Bericht weiter hervor geht, stieg der von der Federal Reserve genau beobachtete Preisindex des privaten Konsums um 1,9 (1,7) Prozent. Im zweiten Quartal war ein Anstieg von 2,7 % verzeichnet worden.

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