BIP um 1,4 Prozent gestiegen
Japans Wirtschaft wächst wieder

Die japanische Wirtschaft ist im ersten Quartal dieses Jahres wieder gewachsen und dürfte damit nach Einschätzung von Experten aus dem Rezessionstal heraus sein.



vwd TOKIO. Wie die Regierung in Tokio am Freitag mitteilte, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt um 1,4 % gegenüber dem Schlussquartal 2001, was einem annualisierten Zuwachs von 5,7 % entspricht. Die Entwicklung des japanischen BIP lag damit im Rahmen der Erwartungen. Es war das erste Mal seit einem Jahr, dass Japans Wirtschaft wieder expandierte, zudem war das Wachstumstempo das schnellste seit zwei Jahren. Im vierten Quartal 2001 war das japanische BIP noch um 1,2 % im Vergleich zum Vorquartal geschrumpft, was einem annualisierten BIP-Rückgang von 4,8 % entspricht. Wachstumsmotor der Entwicklung im ersten Quartal 2002 waren einerseits die Exporte, die gegenüber dem Vorquartal um 6,4 (viertes Quartal: minus 2,6) Prozent zulegten - die erste entsprechende Zunahme seit dem dritten Quartal 2000.

Bei unveränderten (viertes Quartal: minus 2,0 %) Importen trug die externe BIP-Komponente damit zur Hälfte zum Wachstum des japanischen BIP bei. Von der internen Komponente kamen die stärkste Impulse vom privaten Konsum, der um 1,6 (plus 1,9) Prozent gegenüber dem Vorquartal stieg, und von den öffentlichen Investitionen, die um 4,1 (minus 2,4) Prozent höher lagen.

Zudem schwächte sich die Dynamik des Rückgangs bei den Anlageinvestitionen ab (minus 3,2 % nach minus 12,0 %). Für das abgelaufene Fiskaljahr 2001/2002 (per Ende März) wies die japanische Regierung allerdings noch einen Rückgang des BIP um 1,3 % aus. Der Wert lag unter dem von der Regierung prognostizierten Minus von 1,0 %. Wirtschaftsminister Heizo Takenaka verwies darauf, dass die insgesamt guten BIP-Daten des ersten Quartals nichts an den Plänen der Regierung zu einer Stimulierung der Konjunktur ändern würden. Hierzu gehöre auch eine Steuerreform, deren einzelne Punkte bis Ende Juni auf dem Tisch liegen sollen.

Auch Ministerpräsident Junichiro Koizumi betonte seine Bereitschaft zu weiteren wirtschaftspolitischen Maßnahmen, um den Aufschwung zu sichern. Finanzminister Masajuro Shiokawa machte zudem deutlich, dass die japanische Regierung die Bank of Japan weiterhin zu einer expansiven Geldpolitik drängen werde. Einige Ökonomen zweifelten an, ob das Wachstum im ersten Quartal tatsächlich so stark wie berichtet ausgefallen ist. So machte eine Reihe von Analysten darauf aufmerksam, dass die Erhebungsmethoden zur Ermittlung der Verbraucherausgaben den Konsum überschätzen würden.

Entsprechend könnten spätere BIP-Revisionen noch niedrigere Wachstumsraten als die am Freitag gemeldeten zum Inhalt haben, weil der Konsum etwa die Hälfte des japanischen BIP ausmacht. Grund für die Kritik ist der Umstand, dass die Regierungsstatistiker für die Schätzung des privaten Verbrauchs vor allem die Daten von Ein-Personen-Haushalten verwendeten, diese aber eine deutlich höhere Konsumquote als Mehr-Personen-Haushaten aufwiesen.

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