BIP wuchs nur um 1,3 % im ersten Quartal
US-Konjunkturdelle stärker als erwartet

Die US-Konjunkturdelle ist in den ersten drei Monaten 2001 deutlicher ausgefallen als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs nur um 1,3 %, wie das US-Wirtschaftsministerium am Freitag bekannt gab. Es lag damit noch unter der Schätzung vieler Analysten, die mit 1,4 % gerechnet hatten. Noch vor einem Monat hatte die US-Regierung mit 2 % gerechnet und mit dieser positiven Einschätzung Konjunkturexperten überrascht.

ap WASHINGTON. US-Notenbankchef Alan Greenspan hatte erst am Donnerstagabend vor "beträchtlichen Unsicherheiten" hinsichtlich der Konjunkturentwicklung gewarnt. Die gegenwärtige Periode langsamen Wachstums sei noch nicht zu Ende, sagte er. Der Vorsitzende der Federal Reserve Bank (FED) schloss weitere Zinssenkungen nicht aus.

Es bestehe das "Risiko, dass die Wirtschaftsschwäche größer sein wird als angenommen und eine weitere politische Antwort erfordert", erklärte Greenspan in seiner Rede vor dem Wirtschaftsclub von New York. Er könne zudem keine Zeichen dafür erkennen, dass die Inflation außer Kontrolle gerate. Die Abkühlung, die im vergangenen Sommer begonnen habe, helfe, die Preise niedrig zu halten.

Konjunkturexperten werteten die Greenspan-Rede als eindeutigen Hinweis, dass die Notenbank bereit ist, die US-Zinsen weiter zu senken. David Wyss, Chef-Ökonom bei Standard & Poor's, rechnete mit einer weiteren Zinssenkung um 50 Basispunkte bei der nächsten Sitzung der US-Notenbank Ende Juni.

Angesichts der anhaltenden US-Konjunkturabkühlung hatte die Fed die Zinsen seit Anfang des Jahres bereits fünf Mal gesenkt. Der Leitzins für die kurzfristige Geldbeschaffung der Privatbanken, die Federal Funds Rate, liegt mittlerweile bei 4,0 % und damit unter dem entscheidenden dritten Leitzins in der Eurozone von 4,50 %.

Im Gegensatz zu den eher positiven Äußerungen einiger Mitglieder der US-Notenbank Anfang der Woche, wies Greenspan auf die anhaltenden Risiken für die Konjunkturentwicklung hin. So kürzten die Unternehmen die Produktion, um Lagerbestände abzubauen. Zudem sei fraglich, wie lange der Privatkonsum angesichts steigender Arbeitslosigkeit noch die Konjunktur stützen werde.

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