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Bipop und Banca di Roma erzielen Einigung

Die Aufsichtsräte von Bipop Carire und Banca di Roma haben sich am Wochenende nach vierwöchigen Verhandlungen auf die Bedingungen ihrer geplanten Fusion geeinigt.

vwd BRESCIA. Einem Artikel des "Wall Street Journal Europe" (WSJE) zufolge sollen die Bereiche Kredit- und Depositengeschäft beider Finanzinstitute unter dem Dach einer gemeinsamen Holding operieren. Banca di Roma wird 67 % an der Dachgesellschaft halten, während den Aktionären von Bipop die restlichen 33 % zufallen.

Diese Holding wiederum sei zu 44 % an einem zweiten Institut, der sogenannten "neuen" Bipop beteiligt, welches die Wertpapier- und Vermögensverwaltungsaktivitäten beider Partner zusammenfasse, schreibt die Zeitung. Die verbleibenden 56 % befänden sich im Besitz der Bipop-Aktionäre. In der "neuen" Bipop wird dem Artikel zufolge auch Fineco aufgehen, der einstmals größte Online-Broker Italiens, der das Kernstück der "alten" Bipop darstellte. Kreisen zufolge haben am Wochenende 14 der 19 Bipop-Aufsichtsratsmitglieder diesem Konzept zugestimmt. Der Chairman des angeschlagenen Finanzinstituts, Giacomo Franceschetti, gehörte zu den Gegnern des Projekts.

Deshalb rechneten italienische Finanzkreise nun damit, dass er vorzeitig sein Amt niederlegen werde, schreibt das WSJE. Die reguläre Amtszeit wäre Ende Juni ausgelaufen. Der Kalkulation von Marktbeobachtern zufolge wird Bipop durch die Transaktion mit ungefähr 3,5 Mrd. Euro bzw. 1,87 Euro je Aktie bewertet. Dies würde einen Aufschlag von 25 % auf den Schlusskurs des Papiers am Freitag bedeuten. Der Kurs der Bipop-Aktie ist in den vergangenen 14 Monaten um 81 % gefallen, seit dem Beginn der Fusionsverhandlungen mit Banca di Roma im Februar waren es 30 %.

Bipop, ehemals Star der New Economy in Italien, war quasi zum Zusammengehen mit einem Partner gezwungen. Nach dem Platzen der Internet-Blase und dem rapide fallenden Interesse von Investoren an derartigen Werten war der Kurs der Bipop-Aktie eingebrochen. Dazu kam die Anschuldigung, Bipop-Manager hätten bevorzugten Gruppen von Investoren bestimmte Anlagerenditen versprochen. Im vergangenen Jahr hatten italienische Behörden aus diesem Grund eine staatliche Untersuchung angeordnet.

Banca di Roma wiederum erhofft sich von der Fusion eine bessere Präsenz im reichen italienischen Norden. Das Finanzinstitut gehört zwar zu den größten Banken des Landes, lieferte jedoch in den vergangenen Monaten eine ausgesprochen schlechte Leistung ab. Im Jahr 2001 sank die Eigenkapitalrendite von Banca di Roma auf 5,5 %, während die der anderen großen Konkurrenten im Durchschnitt bei 20 % lag. Schuld an der Misere sind nach Meinung von Marktbeobachtern Not leidende Kredite sowie ein inkompetentes Management.

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