Bis 2002 Gewinnschwelle angestrebt
Comdirect schreibt 2001 rote Zahlen

Der größte deutsche Online-Broker Comdirect will bis zum Jahresende 2002 im Konzern die Gewinnschwelle erreichen. "Unsere Planung zielt darauf ab, im laufenden Jahr in Deutschland ein höheres operatives Ergebnis als 2001 zu schreiben, auf Konzernbasis streben wir den Break-even zum Jahresende an", sagte Comdirect-Vorstandschef Bernt Weber am Montag in Frankfurt.

Reuters FRANKFURT. Weber erwartet aber vor dem Herbst keine deutliche Erholung der Aktienmärkte und damit vorerst noch keine Belebung für das Geschäft der Online-Broker. 2001 erwirtschaftete die Comdirect im Konzern einen Fehlbetrag von 160,657 Millionen Euro nach einem Gewinn von 2,194 Millionen Euro im Vorjahr.

2004 schwarze Zahlen in Grossbritannien

In Großbritannien will die Bank die Gewinnschwelle im Dezember 2003 erreichen und 2004 komplett schwarze Zahlen schreiben. In Großbritannien befinde sich Comdirect zudem in Gesprächen über mögliche Partnerschaften. So könne sich die Bank unter anderem vorstellen, in dem sich konsolidierenden britischen Markt Kunden von anderen Brokern zu übernehmen. Konkrete Ergebnisse gebe es aber derzeit nicht.

Die Comdirect hat ihre Verlust bringenden Auslandstöchter in Italien und Frankreich geschlossen beziehungsweise verkauft und beschränkt sich im Ausland nun auf das Geschäft in Großbritannien.

Weitere Kostenbegrenzung geplant

Die Verwaltungskosten des mehrheitlich zur Commerzbank gehörenden Online-Brokers stiegen den Angaben zufolge auf 224,317 (Vorjahr: 220,951) Millionen Euro. Die Kundenzahl stieg auf 615.211 nach 539.195 im Vorjahr. Die Anzahl der ausgeführten Orders ging auf 6,69 Millionen nach 10,32 Millionen im Vorjahr zurück.

Weber bekräftigte, Comdirect wolle ihre Kosten auch künftig begrenzen. Dazu gehörten neben den Personalkosten auch Einsparungen bei Sachaufwendungen, unter anderem im IT-Bereich. Die Kurzarbeit bei der Comdirect solle jedoch bis zum Jahresende komplett aufgehoben werden.

Absage an Multi-Kanal-Strategie

Weber bekräftigte, mit der Commerzbank über Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu sprechen. So schließe er unter anderem nicht aus, dass künftig auch in Commerzbank-Filialen Comdirect-Depots eröffnet werden könnten. Die Comdirect werde aber insgesamt keine Multi-Kanal-Strategie fahren. Auch gebe es keine Pläne, den Online-Broker wieder vollständig in den Commerzbank-Konzern einzugliedern. Die Comdirect-Aktie gewann bis zum frühen Nachmittag 3,17 Prozent auf 10,75 Euro.

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