Bis 2003 hat RTL Free-TV-Rechte
Kirch sichert Formel 1-Übertragung im Free-TV zu

Die Formel 1 wird auch nach Auslaufen des aktuellen TV-Vertrages mit RTL im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sein. Das versicherte ein Sprecher der Kirch-Gruppe am Donnerstag. Standpunkt: Formel 1 nicht in die Hände von Medienkonzerne

ap MÜNCHEN. Die Formel Eins wird auch nach dem milliardenschweren Einstieg der KirchGruppe live im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt. "Wir haben kein Interesse daran, die Formel Eins im Pay-TV verschwinden zu lassen", sagte ein Kirch-Sprecher am Donnerstag in München. Kirch und EM.TV haben am Mittwoch weitere 25 % an der Formel-Eins-Holding SLEC erworben und halten damit 75 % an dem Rennsportzirkus. Dem Gründer des Rennsports, Bernie Ecclestone, bleiben nur noch 25 %.

Ecclestone und die an der Formel Eins beteiligten Autohersteller lehnen den Einstieg der KirchGruppe allerdings ab. Ecclestone hatte Zeitungsberichten zufolge sogar ein Veto gegen den Einfluss des Medienkonzerns angekündigt. Nach Ansicht von Kirch hat der Brite aber nur dann ein Vetorecht, wenn sich an der Gesellschafterstruktur der EM.TV-Tochter Speed, die an der Formel Eins beteiligt ist, etwas geändert hätte. Dies sei aber nicht der Fall. Es handle sich um einen "verbindlichen Einstieg", sagte der Kirch-Sprecher. Auch EM.TV hält den Einstieg nach eigenen Angaben für perfekt.

Bei Ecclestone werden Kirch zufolge weiterhin das Management und die operative Führung der Motorsportholding liegen. Kirch sei lediglich Gesellschafter und werde in den Aufsichtsrat rücken.

Der Konzern wolle "den Wert und die Attraktivität" der Formel Eins steigern und teile damit die Interessen der anderen Beteiligten, sagte der Sprecher. Daher werde der Motorsport auch weiter im Free-TV gezeigt. Gesprächen mit der Automobilindustrie über die Zukunft der Formel eins werde sich Kirch nicht verschließen. Auch wenn die Autounternehmen einen Einstieg bei der Formel Eins wünschten, könne man darüber reden. Dies bestätigte eine EM.TV-Sprecherin. Der DaimlerChrysler-Sprecher sagte dazu: "Natürlich wird es Gespräche geben."

Der angeschlagene Medienkonzern EM.TV hatte am Mittwoch mit Hilfe seines neuen Partners Kirch für 987,5 Mill. US-Dollar (rund zwei Mrd. DM) weitere 25 % an der Formel Eins erworben. Die Unternehmen lösten damit eine Option ein, die am Mittwochabend abgelaufen wäre. Nach Berichten der "Süddeutschen Zeitung" und des "Wall Street Journal Europe" bekam Kirch von der Bayerischen Landesbank einen Kredit, der den Kauf ermöglichte. Das halbstaatliche Institut lehnte am Donnerstag eine Stellungnahme ab.

Bislang gehörte die Formel 1 jeweils zur Hälfte ihrem Gründer Bernie Ecclestone und EM.TV.



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