Bis 2005 Prozessoren mit zehn Gigahertz erwartet
Intel stellt kleinsten und schnellsten Transistor vor

Mit der Entwicklung eines noch kleineren Transistors sollen Computer bis zum Jahr 2005 zehn Mal so leistungsfähig werden wie heute.

ap MÜNCHEN. Mit der Entwicklung eines noch kleineren Transistors sollen Computer bis zum Jahr 2005 zehn Mal so leistungsfähig werden wie heute. Der amerikanische Chip-Marktführer Intel stellt am Montag in San Francisco einen Transistor vor, der mit 30 Nanometern mehr als vier Mal so klein ist wie die derzeit übliche Größe dieser zentralen Schalter für den Fluss der Elektronen im Mikrochip.

"Wir stehen erst am Anfang der digitalen Revolution", sagte der technische Marketing-Manager Pierre Mirjolet der Nachrichtenagentur AP. Die auf der Fachkonferenz IEDM (International Electron Devices Meeting) gezeigten Forschungsergebnisse der Intel-Labors bei Portland im US-Staat Oregon ermöglichten die Produktion von Prozessoren mit einer Taktrate von zehn Gigahertz, also zehn Mrd. Schaltungen pro Sekunde. Derzeit sind Prozessoren mit einer Taktrate bis 1,5 Gigahertz auf dem Markt. Der neue 30-Nanometer-Transistor (30 Nanometer sind 0,000030 Millimeter) könne innerhalb einer Picosekunde - das ist eine Billionstel Sekunde - seinen Spannungszustand ändern und sei damit das schnellste Schaltelement der Welt, sagte Intel-Techniker Mirjolet.

Für die Massenfertigung von Prozessoren mit dem neuen Transistor ist die Entwicklung einer neuen Fertigungstechnik erforderlich. Mirjolet zeigte sich zuversichtlich, dass ein bereits vor vier Jahren zu diesem Zweck gegründetes Entwicklungskonsortium bald zu Ergebnissen gelangen werde. 30 der neuen Transistoren aufeinander gelegt sind gerade mal so dick wie ein Blatt Papier. Dies ermöglicht die Verkleinerung der Strukturen auf dem Silikonchip von derzeit 18 Mikron (0,018 Millimeter) auf sieben Mikron. Damit sollen dann rund 400 Mill. Transistoren auf einem einzigen Mikroprozessor Platz finden - beim kürzlich vorgestellten Pentium 4 sind es 42 Mill.. Die Chip-Forscher erreichten zudem, den Spannungsbedarf auf weniger als ein Volt zu verringern.

Die künftigen Hochleistungsprozessoren ermöglichten neue Einsatzgebiete, an die heute noch kaum zu denken sei, sagte Mirjolet. Als mögliches Beispiel nannte er Mobiltelefone mit der Fähigkeit, Gespräche in Echtzeit in eine andere Sprache zu übersetzen.

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