Bis 2005 sollen rund 8 000 Arbeitsplätze wegfallen
Bahn investiert 30 Milliarden Mark in ihr Schienennetz

ap BERLIN. Mit 30 Mrd. DM Investitionen in den nächsten drei Jahren will die Bahn ihr Schienennetz aufmöbeln und so mittelfristig die Reisezeiten verkürzen. Kurzfristig kann es wegen des Baubooms, der teilweise aus den UMTS-Erlösen des Bundes finanziert wird, allerdings zu längeren Fahrzeiten und Verspätzungen kommen, wie die Bahn am Montag mitteilte.

Konzernchef Hartmut Mehdorn sagte, das Unternehmen habe einen großen Nachholbedarf, weil seit der Bahnreform 1994 vom Bund nicht so viel Geld zur Instandhaltung und Erneuerung des Netzes wie versprochen aufgewendet worden sei. Während die Reparaturinvestitionen bis 2000 nach Bahn-Angaben auf 2,8 Mrd. DM k absackten, stieg die Zahl der "mängelbedingten Langsamfahrstellen" bis September 2000 auf ein Rekordniveau von 565 an. Hinzu kommen rund 3000 Nadelöhre, an denen Züge wegen veralteter Brücken, Tunnels oder Schienen fahrplanmäßig abbremsen müssen.

Allein in das bestehende Netz sollen bis 2004 rund 15 Mrd. DM fließen - das übrige Geld soll für dessen Ausbau bereit stehen. So soll schon in diesem Jahr die Zahl der inzwischen noch 334 Mängel-Kriechstrecken halbiert werden, wie die Bahn weiter erklärte. Zudem sollen pro Jahr fünf bis sechs Prozent der dauerhaften Geschwindigkeitsbeschränkungen beseitigt werden.

Dafür sollen Zug um Zug Schienen, Weichen und Stellwerke erneuert werden, die zum Großteil bereits ihre Lebenserwartung überschritten haben. So sind nach Angaben der DB Netz AG streckenweise Stellwerke seit bis zu 69 Jahren im Dienst; 70 Prozent der für rund 30 Jahre ausgelegten Gleise würden bereits länger genutzt; ein Drittel der 90 000 Weichen müssten erneuert werden. Das Problem von teils über 100 Jahre alten Brücken oder Tunnels will die Bahn ebenfalls sukzessive angehen.

Um das zur Verfügung stehende Geld - rund sechs Milliarden Mark kommen aus den UMTS-Zinserlösen - möglichst sinnvoll zu verbauen, will die Bahn nach eigenen Angaben die Maßnahmen neu organisieren. Geplant werde nun in so genannten Korridoren. So soll eine Strecke möglichst schnell komplett saniert und alle Bremsstellen beseitigt werden. Langfristig will die Bahn mit ihrem verbesserten Netz bis zu 40 Prozent der Instandhaltungskosten sparen. Bis 2005 sollen rund 8 000 Arbeitsplätze wegfallen.

Mehdorn bekräftigt Ablehnung der Netz-Abtrennung

Bahnchef Mehdorn nutzte die Gelegenheit, seine Ablehnung einer Trennung von Bahn - und Schienenbetrieb zu bekräftigen. Die Bahn gebe es seit 150 Jahren, und noch nie sei jemand auf die Trennung als den Stein der Weisen verfallen. Hier gehe es auch um den Grundsatz. Um anderen Bahnunternehmen fairen Zugang zum Netz zu erlauben, würde er eine Regulierungs- oder Beschwerdebehörde akzeptieren, sagte Mehdorn.

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