Bis Ende des Jahres müssen die Verträge abgeschlossen werden
Die Riester-Rente lohnt sich doch

Die Politik der Regierung zur privaten Vorsorge lässt keinerlei Konzept erkennen. Mit der Riester-Rente wird das Sparen gefördert, aber mit den neuen Steuerplänen werden die Anleger bestraft. Wer im Dschungel der Förder- und Steuerregelungen den Überblick behalten will, sollte einige Grundregeln beherzigen.

DÜSSELDORF. Riester ist gegangen, die Riester-Rente bleibt. Und für viele Bürger wird es Zeit, wenn sie die Förderung in diesem Jahr noch mitnehmen möchten - bis Jahresende müssen die Verträge abgeschlossen sein. Dabei ist die Verwirrung nach wie vor groß: Lohnt sich die Riester-Rente überhaupt? Ist es nicht sinnvoller, eine betriebliche Zusatzversorgung abzuschließen? Hierzu hat der Staat ebenfalls neue und steuerbegünstigte Möglichkeiten geschaffen.

Wer zu Banken, Versicherern oder Vermögensberatern geht, wird je nach deren Angebot eine anders gefärbte Meinung zum Thema Riesterrente hören. Die Versicherungsbranche ist stark in dieses Thema eingestiegen. Die Fondsbranche brachte dagegen nur wenige Produkte auf den Markt. Einige Banken haben eigene Riester-Sparpläne aufgelegt - doch nur wenige werden aktiv verkauft.

Die Pläne der Regierung zur Besteuerung von Veräußerungsgewinnen machen die Situation noch unübersichtlicher. Bei den schlimmsten der bisher aufgebrachten Varianten werden die direkte Anlage in Aktien und konventionelle Aktienfondssparpläne aus steuerlicher Sicht weitgehend uninteressant. Anleger, die langfristig sparen möchten, würden dann entweder:

alle Möglichkeiten der Riester-Rente und der betrieblichen Vorsorge ausschöpfen,

fondsgebundene Lebensversicherungen abschließen, deren Erträge steuerfrei bleiben,

oder ihr Geld schlicht ins Ausland schaffen, was natürlich illegal ist. Aber noch ist nicht klar, was kommt.

Anleger sollten beachten:

Die Riester-Rente lohnt sich praktisch für jeden. Denn die staatlichen Zuschüsse oder die Steuerbefreiung der Beiträge (das für den Anleger günstigere wird automatisch gewährt) in der Ansparphase sind ein großer Vorteil, der auch durch die Steuerpflicht für die Riester-Rente im Alter nicht aufgezehrt wird. Die in manchen Fällen etwas höhere Kostenbelastung der Riester-Verträge fällt nur wenig ins Gewicht, wenn de facto der Staat einen großen Teil der Sparleistung erbringt. Der Steuervorteil der Riester-Rente (und der betrieblichen Vorsorgeformen) ist auch erheblich größer als bei der normalen Lebensversicherung. Denn bei Lebensversicherungen bleiben nur die Erträge steuerfrei, die Beiträge müssen aber aus dem versteuerten Einkommen bezahlt werden - dies gilt für Fondspolicen immer und bei traditionellen Versicherungen für die meisten Arbeitnehmer. In der Regel können nur Selbstständige - die bei Riester außen vor bleiben - klassische Lebensversicherungen aus unversteuertem Einkommen bezahlen. Wichtig auch: Der manchmal zu hörende Vorwurf, Riester-Renten seien zu wenig auf den Aktienmarkt konzentriert und daher nicht rentabel genug, lässt die Risiken des Aktienmarktes außer Betracht.

Die verschiedenen Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge und die Riester-Rente können auch parallel abgeschlossen werden. Und weil die Löcher in der staatlichen Rentenversicherung immer größer werden, wie auch die aktuelle politische Diskussion zeigt, ist dies sehr zu empfehlen.

Auf betrieblicher Ebene muss der Arbeitgeber mindestens eine so genannte Direktversicherung anbieten. Dabei wird ein Teil des Gehalts direkt in eine Lebensversicherung eingezahlt. Bei dieser Variante werden die Beiträge mit 20 % Steuern belastet - weniger als normal, aber mehr als bei den anderen Varianten und bei der Riester-Rente. Es gibt aber Arbeitgeber, die diesen Steueranteil übernehmen - dann ist auch die Direktversicherung günstig.

Die Riester-Rente kann privat oder über den Betrieb - dort auch zusätzlich zu anderen Vorsorgevarianten - vereinbart werden. Die Betriebe schließen dazu Gruppenverträge mit den Versicherern ab, die von den Kosten her häufig günstiger sind als private Verträge. Wenn man den Betrieb verlässt, berechnen manche Versicherer aber ab diesem Zeitpunkt die höheren Kosten für Privatkunden.

Eine Übersicht über die Bestimmungen bietet die Bundesregierung unter www.bma.bund.de, dazu kostenlose Beratung unter Tel. 0800-151515.

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