Bis März 2004
Haider bleibt Landeshauptmann in Kärnten

Entgegen seiner Rücktrittsankündigung vom Montag bleibt der österreichische Rechtspopulist Jörg Haider nun doch Landeshauptmann (Ministerpräsident) in Kärnten. Das teilte der Politiker der Freiheitlichen Partei (FPÖ) am frühen Dienstagmorgen nach stundenlangen Beratungen seiner Landesparteileitung in Klagenfurt mit.

HB/dpa WIEN/KLAGENFURT. Nach dem Wahldebakel der FPÖ bei der österreichischen Parlamentswahl hatte Haider am Montag seinen Rückzug aus der Politik erklärt, war jedoch von zahlreichen Funktionären gebeten worden, im Amt zu bleiben.

Nachdem die Partei jene Rahmenbedingungen erfüllt habe, die Haider gefordert habe, werde er die volle Legislaturperiode bis März 2004 Landeshauptmann von Kärnten bleiben, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA. "Das Ergebnis der Nationalratswahl war ein kritischer Hinweis der Wähler", wird Haider nach den sechsstündigen Beratungen zitiert. Dafür übernehme er die die Verantwortung. Seine Parteifreunde hätten ihn aber überzeugt, "dass der "Kärntner Weg" gut ist und ich weitermachen soll".

Nach den schweren Verlusten der FPÖ bei der Parlamentswahl vom Sonntag hatte Haider zuvor in einem Rundfunkinterview das Ergebnis als "Misstrauen mir gegenüber" interpretiert und bekannt: "Mein Bedarf an der Politik ist absolut gedeckt. Die Karten sollen neu gemischt werden." Auch in Kärnten hatte die FPÖ überraschend die Hälfte ihrer Stimmen verloren und war in der Wählergunst von Platz eins auf Rang drei zurückgefallen.

Unterdessen gehen die Bemühungen um eine Regierungsbildung in Wien weiter. Der Wahlsieger, Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, trifft am Dienstagvormittag noch einmal mit Bundespräsident Thomas Klestil zusammen. Es wird nicht ausgeschlossen, dass der Kanzler dabei formal mit der Bildung der neuen Regierung betraut wird.

Schüssel selbst hat auch nach einer Sitzung des Parteivorstandes seiner konservativen Volkspartei (ÖVP) keine Koalitionsvariante ausgeschlossen und "konkrete Gespräche" mit allen im Parlament vertretenen Parteien angekündigt. Nach den höchsten Zugewinnen seit 1945 kann Schüssels Volkspartei rein rechnerisch mit jeder der drei Parteien - Sozialdemokraten, Freiheitliche und Grüne - eine Regierung bilden. Auch nach der jüngsten Entscheidung Haiders gilt eine Neuauflage der Koalition mit der FPÖ als wahrscheinlichste Variante. Führende ÖVP-Mitglieder können sich aber auch eine Zusammenarbeit mit den bisher oppositionellen Sozialdemokraten (SPÖ) oder den Grünen vorstellen.

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