Bis zu 12 000 Beschäftigte betroffen
Alcatel will die meisten Fabriken abstoßen

Der französische Telekom-Ausrüster Alcatel steht vor einem kompletten Konzernumbau und will bis Ende kommenden Jahres den größten Teil seiner Produktionsstätten abstoßen. Dies bestätigte Unternehmenschef Serge Tchuruk am Mittwoch in Paris. Wie bereits andere große Elektronikkonzerne sieht sich Alcatel durch den Wandel der Branche zum Umbau gezwungen.

dpa PARIS. Nach aktualisierten Daten hat Alcatel derzeit weltweit rund 100 Produktionsstätten, von denen nur noch etwa ein Dutzend weitergeführt werden soll. 10 000 bis 12 000 Beschäftigte seien davon betroffen, erklärte ein Konzernsprecher am Mittwochabend. Das seien rund zehn Prozent der Beschäftigtenzahl, die nach der Trennung und Börsengang von Unternehmensteilen bei derzeit 110 000 liege, nach rund 131 000 Ende 2000.

Gewerkschaftsvertreter in Paris befürchteten, dass 1 000 bis 4 000 der rund 38 000 Stellen in Frankreich von den Konzernplänen betroffen sind. Vor allem ginge es um die Standorte in Cherbourg und Brest. "Es wird aber kein soziales Drama geben", betonte der Konzernchef auf einer kurzfristig in Paris angesetzten Pressekonferenz. Ein großer Teil der Fabriken solle an Hersteller gehen, die weiterhin für Alcatel produzieren. Alcatel werde sich auf das Kerngeschäft mit Datennetzen und Telekomdienstleistungen konzentrieren.

An der Pariser Börse führten die Alcatel-Pläne entgegen dem allgemein schwächeren Markttrend zwischenzeitlich zu einem Kursanstieg um 1,5 Prozent auf 23,12 Euro, nachdem die Alcatel-Aktien in den vergangenen Wochen stark eingebrochen waren. Alcatel hatte Ende Mai überraschend einen Rekordverlust für das zweite Quartal von rund 3 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Zugleich war die geplante Hochzeit mit dem angeschlagenen US-Wettbewerber Lucent Technologies gescheitert.

Bis zum Ende des Jahres will Alcatel zudem etliche Finanzbeteiligungen abstoßen, erklärte Tchuruk. Dabei werde auch an den Anteil von 8,6 Prozent am Atomkonzern Framatome gedacht, an dem der französische Staat Interesse habe. Zudem werde der Verkauf von 0,3 Prozent an der Bank Societe Generale und von 0,8 Prozent an Vivendi-Universal geprüft. Insgesamt sollen aus diesen Verkäufen mindestens 2 Milliarden Euro in die Alcatel-Kassen fließen.

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