Bis zu 200 steckbare Rechner in einem Schrank helfen die Kosten zu senken
Blade-Server lassen Rechenzentren schrumpfen

Blade-Server spielen in den Rechenzentren der Zukunft neben wieder erstarkten Mainframes eine wichtige Rolle, denn sie bieten viel Rechenleistung auf kleinstem Raum.

HB MÜNCHEN. Die Fachleute sind sich einig: Steckbare, vernetzte Rechner - im Fachjargon "Blade-Server" (blade = Blatt, Klinge) genannt - spielen eine wichtige Rolle in der Gestaltung der Rechenzentren der Zukunft. Ihr Vorteil liegt auf der Hand - sie bieten viel Rechenleistung auf kleinstem Raum. Fast alle großen Hersteller haben spätestens seit dem vergangenen Jahr die neuen Winzlinge des Computereinsatzes im Angebot. IBM hat bereits einen ersten Werbespot im Fernsehen geschaltet, bei dem zwei Mitarbeiter einer Firma sich in einem Restaurant über die Vorteile der kleinen Server unterhalten, wobei einer der beiden einen kleinen "Blade" in der Hand hält.

Bereits vor ein paar Jahren gab es flache - "Pizzaboxen" genannte - Rechner, die den Drang nach der besten Rechenleistung pro Quadratmeter Standfläche symbolisierten. Doch das war erst ein kurzer Zwischenschritt. Mit dieser Technik konnten bis zu 42 Rechner horizontal eingeschoben in einem Industriestandardregal (Rack - 72 x 19 Zoll) untergebracht werden. Von den heutigen "Blade"-Servern dagegen passen vertikal in Reihe bis zu 200 Rechner in den Rahmen. Auf jedem der etwa 10 x 35 cm großen Einschübe, die an PC-Steckkarten erinnern, finden sich alle wichtigen Komponenten eines Server-Rechners: Prozessor, Arbeitsspeicher und Anschlüsse. Sie lassen sich in der Regel im laufenden Betrieb des Systems (Fachausdruck "hot swop") austauschen.

Nach Ansicht der Fachwelt eignen sich Blade-Server hervorragend zum Aufbau von Server-Farmen. Sie haben das Potenzial, Systemadministratoren das Leben zu erleichtern, da sie den der Verwaltungsaufwand reduzieren. Um die rasche Weiterentwicklung voranzutreiben, bemühen sich die Blade-Server-Hersteller darum, die steckbaren Bauteile besser in die Speicher- und Netzumgebungen der Unternehmenskunden einzubinden. Dazu öffnen einige Anbieter ihre Blade-Architektur für Fremdprodukte von Kommunikations- und Speicherspezialisten. Auch die Anbieter von Datenspeichern haben den Trend erkannt und entwickeln zunehmend Speicherfarmen, die gut in ein 19-Zoll-Rack passen.

Doch während die Hersteller beim Ausbau des Blade-Angebots schon zusammenarbeiten, gibt es den Kunden gegenüber noch keine Standards. Jeder Anbieter produziert sein eigenes Chassis und orientiert sich nur an der seit vielen Jahren genutzten Rack-Breite von 19 Zoll. Derzeit hoffen Beobachter, dass durch die Entwicklung von PC-Blades die Chancen für eine Standardisierung steigen. So hat etwa Clearcube Technology im Sommer eine Lösung vorgestellt, bei der die steckbaren Computer zentral im Rechenzentrum installiert werden können. Dies könnte ein guter Weg sein, PCs auf den Schreibtischen der Unternehmen vor ungewollten Zugriffen zu schützen. Dort stehen dann, wie in alten Zeiten der Großrechner, nur Bildschirm und Tastatur.

IT-Fachleute gehen davon aus, dass sich die Hardwarekomponenten der Blades rasch zu einer preiswerten Austauschware entwickeln werden. Doch die Herausforderung liegt darin, eine effektive Software für die leichte Systemverwaltung der vielen Server zu entwickeln. Dafür gibt es bereits erste Angebote.

Wichtige Anbieter im Bereich der Blade-Server sind:

Große Computerhersteller wie ...
- IBM
- Hewlett-Packard
- Sun Microsystems
- Fujitsu Siemens
- Dell

Blade Startups wie ...
- RLX Technologies aus The Woodlands in Texas, Blade Pionier seit 2001
- Clearcube aus Austin in Texas, PC-Blades
- Egenera aus Malboro aus Massachusetts, Blade-Systeme

Engagierte Chiphersteller wie ...
- Intel
- AMD
- NEC
- Qlogic

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