Bis zu 500 Millionen Dollar für Übernahmen von IT-Dienstleistern eingeplant
Compaq drängt in IT-Servicemarkt

Der Computerkonzern Compaq wechselt die Strategie: Der Hardwarespezialist will künftig maßgeschneiderte Pakete aus Hard- und Software sowie Service anbieten. Analysten sind skeptisch, ob der Wandel gelingt.

NEW YORK. IBM hat Erfolg damit; jetzt versucht die Compaq Computer Corp. die Strategie ebenfalls: Der Konzern will künftig Gesamtpakete von Hardware, Software und Dienstleistungen anbieten. Das geht aus einem Rundbrief von Konzernchef Michael Capellas an die Mitarbeiter hervor. Innerhalb von vier Jahren soll "der Anteil der Dienstleistungen am Compaq-Umsatz von etwa einem Fünftel auf ein Drittel wachsen", schreibt Capellas.

Der Preiskrieg bei Pesonalcomputern und die sinkende Nachfrage nach den Geräten zwingen den Konzern aus dem texanischen Houston, neue profitable Umsatzquellen zu suchen. Computerkonzerne wenden sich verstärkt Dienstleistungen rund um die Informationstechnologie (IT) zu in der Hoffnung, dass hier die Gewinnmargen höher sind und das Geschäft weniger zyklisch. Denn Serviceverträge werden in der Regel langfristig abgeschlossen. Die vollständige Liste finden Sie hier.

Erfolg mit dieser Strategie hat die Ikone der Branche, die IBM Corp. Der Konzern hat das weltweit größte IT-Service-Geschäft; 2000 lag der Umsatz ohne Akquisitionen bei gut 33 Mrd. $. Das sind 72 % mehr als bei der Nummer zwei, Electronic Data Systems Corp., die 19 Mrd. $ erlöste. Die Konkurrenten Computer Science Corp. und Accenture Corp. setzten rund 10 Mrd. $ um. Compaq rangiert mit einem Umsatz der Global Services-Tochter von knapp 7 Mrd. $ auf Rang 7.

Der Konzern hatte seine Sevice-Bemühungen bisher auf Internet-Firmen konzentriert. So kaufte Compaq die angeschlagene Digital Equipment Corp., um an deren Service-Geschäft heranzukommen. Mit dem Zusammenbruch der Internet-Branche hat Compaq nun jedoch Kunden verloren.

Jetzt wendet sich das Unternehmen der Old Economy zu: Bis Ende des Jahres will Capellas Finanzdienstleistern, Telekomfirmen, der Gesundheitsbranche und dem produzierenden Gewerbe maßgeschneiderte Dienste offerieren. Um das Geschäft ausbauen zu können - insgesamt ist ein Umsatzplus von 40 % geplant -, will Compaq bis zu 500 Mill. $ für den Kauf von IT-Dienstleistern ausgeben, heißt es in dem Rundschreiben weiter. Gleichzeitig will Compaq den Absatz von PC und PC-Servern in der zweiten Jahreshälfte um ein bis zwei Prozentpunkte erhöhen.

Analysten sind skeptisch. Der Aufbau eines konkurrenzfähigen Angebotes an Software und Dienstleistungen sei ein enormer Aufwand für einen Konzern, der keines von beidem zu seinen Kernkompetenzen zähle.

In der vergangenen Wochen hatten mehrere Investmenthäuser ihre Prognosen für Compaqs zweites Quartal und das gesamte Geschäftsjahr gesenkt. Merrill Lynch setzte die Gewinnschätzung für das zweite Quartal von fünf auf drei Cents je Aktie herab und den Wert für den Umsatz von 9 Mrd. $ auf 8,31 Mrd. $. Im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres hatte Compaq noch 21 Cents je Aktie Gewinn bei 10,13 Mrd. $ Umsatz erwirtschaftet.

In dem Rundschreiben kündigte Capellas weitere Kostensenkungen von 200 Mill. $ an. Im März hatte Compaq bereits angekündigt, die operativen Kosten um 600 Mill. $ zu senken.

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