Bis zu 600 gefangene Taliban-Söldner revoltieren in Masar-i-Scharif
Möglicherweise bis zu hundert Tote nach Aufstand

Bei einer Revolte von 400 bis 600 gefangenen Taliban-Söldnern bei der nordafghanischen Stadt Masar-i-Scharif ist nach Augenzeugenberichten eine größere Zahl von Menschen getötet worden. Die zuvor in Kundus stationierten Milizionäre hätten sich am Sonntag nach ihrer Kapitulation der Waffen ihrer Wächter bemächtigt, berichtete ein afghanischer Dolmetscher eines deutschen Fernsehsenders.

afp MASAR-I-SCHARIF. Die Nordallianz bestätigte die Revolte in der ehemaligen Festung Kaladschangui rund zehn Kilometer westlich von Masar-i-Scharif. Es seien Panzer entsandt worden, um die Meuterei zu unterdrücken.

Augenzeugen zufolge sprengte sich einer der ausländischen Taliban-Söldner mit einer Handgranate in die Luft. Andere Kämpfer hätten das Chaos genutzt, um die Gewehre der Wächter an sich zu reißen. Bei anschließenden Schießereien seien "viele Menschen, vielleicht sogar hundert" ums Leben gekommen, sagte der Dolmetscher. Diese Zahl konnte jedoch nicht bestätigt werden. Die Taliban-Söldner, mehrheitlich Araber, Tschetschenen und Pakistaner, hatten sich zuvor nach der rund zweiwöchigen Belagerung von Kundus dem Usbeken-General Raschid Dostum ergeben. Er kontrolliert mit seinen Truppen Masar-i-Scharif.

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