Bis zu 60 000 im Ausstand
IG Metall beginnt mit bundesweiten Warnstreiks

Im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall am Montag mit bundesweiten Warnstreiks begonnen.

ap FRANKFURT. Den Auftakt machten Beschäftigte in Thüringen. Dort traten nach Gewerkschaftsangaben schon am Sonntagabend etwa 500 Mitarbeiter in den Ausstand. Von 06.00 Uhr morgens an wurde zudem in zwei Erfurter Betrieben gestreikt.

Insgesamt sollten am Montag nach Angaben von IG-Metall-Chef Klaus Zwickel bis zu 60.000 Beschäftigte die Arbeit niederlegen. Zwickel kündigte harte Verhandlungsrunden am Montag in Baden-Württemberg und Thüringen an. Die Warnstreiks sollen sich die gesamte Woche hinziehen, in der insgesamt zehn Verhandlungstermine angesetzt sind.

In Mecklenburg-Vorpommern legten etwa 750 Schiffbauer der Frühschichten in der Stralsunder Volkswerft und in der Wolgaster Peenewerft kurzzeitig die Arbeit nieder. Ein Schwerpunkt der Proteste liegt in Baden-Württemberg, wo 30 000 Beschäftigte in 40 Betrieben zum Streik aufgerufen waren. Den Auftakt machte ab 09.15 Uhr Daimler-Chrysler in Sindelfingen, wo 10 000 Beschäftigte zu einer Kundgebung erwartet wurden. Auch in Bayern, dem Saarland und in Berlin waren Warnstreiks angekündigt.

Die IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt; die Arbeitgeber haben zwei Prozent für dieses und das nächste Jahr angeboten. Zwickel lehnte in der "Bild"-Zeitung ein Abweichen von den Forderungen ab: "Unsere Leute lassen sich nicht mit einem Billigabschluss mit einer Zwei vor dem Komma abspeisen, während sich viele Bosse zweistellige Einkommenszuwächse reinziehen." Zwickel warf den Arbeitgebern vor, trotz mäßiger Lohnabschlüsse enttäuschend wenig Arbeitsplätze geschaffen zu haben. Die Gewerkschaft will in der vierten Aprilwoche über eine Urabstimmung entscheiden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%