Bis zu sieben Fabriken sollen weg
Chrysler will wohl Fabriken verkaufen und schließen

Chrysler will offenbar seine lädierte Finanzlage durch Verkäufe und Werksschließungen in den USA aufbessern. Mit Siemens VDO Automotive wird über den Kauf einer Fabrik für elektronische Teile in Alabama verhandelt.

HB DETROIT/SCHWALBACH. Eine Sprecherin der Siemens VDO Automotive AG (Schwalbach) bestätigte am Dienstag Verhandlungen mit Chrysler über den Kauf einer Fabrik in Huntsville (Alabama). Über den Stand der Verhandlungen machte die Sprecherin keine Angaben. Laut der amerikanischen Automobilarbeitergewerkschaft UAW dürfte dem Kauf aber nichts mehr entgegenstehen. Denn Chrysler hatte im Rahmen der Tarifverhandlungen mit der UAW auch ein Abkommen geschlossen, wonach der Daimler-Chrysler-Tochter bis zu sieben Teile- Fabriken verkaufen oder schließen könne, berichtete die Internetausgabe der "Detroit News" am Dienstag.

Neben dem Verkauf der Elektronik-Fabrik mit über 1 900 Beschäftigten wolle Chrysler eine Glasfabrik bei Detroit mit 717 Mitarbeitern schließen. Laut "Detroit News" verhandelt der US-Zulieferer Dana mit Chrysler über die Übernahme einer Achsenfabrik in Detroit mit rund 1850 Mitarbeitern. Chrysler sei der einzige US-Autobauer, der noch eine eigene Glas- und Achsenfabriken besitze. Chrysler-Sprecher Ken Kevy wurde von der Zeitung mit den Worten zitiert: "Wir überprüfen ständig Aktivitäten, die nicht zum Kerngeschäft zählen." Zu Einzelheiten wollte er nichts sagen.

Chrysler hatte im zweiten Quartal als Resultat der Rabattschlachten auf dem US-Automarkt einen Verlust von knapp einer Milliarde Euro erlitten. Wenn Chrysler-Chef Dieter Zetsche in diesem Jahr wie geplant noch knapp schwarze Zahlen erreichen will, müssen die ohnehin geplanten Sparmaßnahmen verschärft werden. "Als Autobauer sind wir immer aufgefordert, unsere Kostenpositionen zu überprüfen und unsere Produktivität zu steigern", hatte Zetsche auf der IAA in Frankfurt gesagt.

Einen weiteren Stellenabbau wollten weder er noch Daimler-Chrysler - Konzernchef Jürgen Schrempp grundsätzlich ausschließen. Im Rahmen des Chrysler-Sanierungsplans hatte Zetsche in den vergangenen drei Jahren bereits sechs Fabriken geschlossen und rund 26 000 Jobs gestrichen.

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