Bis zum Jahresende will er die Börse verlassen
Eurex-Chef Franke bestätigt Rücktrittsabsichten

Presssebericht: Streit mit dem Chef der Deutschen Börse AG, Werner Seifert.

Reuters FRANKFURT. Der Chef der deutsch-schweizerischen Terminbörse Eurex, Jörg Franke, hat bestätigt, dass er von seinem Posten zurücktreten wird. Er werde im Januar, noch vor Ablauf seines bis Ende kommenden Jahres laufenden Vertrages als Chef der Eurex zurücktreten, sagte Franke am Dienstag in Frankfurt. Auf die Frage, was er nun machen werde, sagte der Eurex-Chef: "Etwas anderes." Bereits am Montag hatte es Gerüchte gegeben, Franke wolle, ebenso wie Marketing-Vorstand Andreas Preuß die Terminbörse bis zum Jahresende verlassen. Nach Angaben der "Börsen-Zeitung" gibt es Unstimmigkeiten zwischen Franke und dem Chef der Deutschen Börse AG, Werner Seifert. Über einen Nachfolger Frankes wurde zunächst nichts bekannt.

Seifert habe Franke "eine zu altmodische Denke" vorgeworfen, hatte die Börsenzeitung berichtet. Franke werde durch den Vorstand eines Londoner Handelshauses ersetzt. Aus diesem Grund habe auch Vorstandsmitglied Preuß gekündigt.

Die aus der Deutschen Terminbörse und der schweizerischen Soffex 1998 hervor gegangenen Eurex ist zum größten Derivate- Markt der Welt aufgestiegen. Franke und Preuß gelten als Väter dieses Erfolgs. Franke sorgte allerdings unlängst für Verwirrung, als er den Wunsch einer langfristigen Fusion mit der US-Terminbörse CBOT andeutete. CBOT und Eurex betreiben seit kurzem das Gemeinschaftsunternehmen a/c/e. Das endgültige Ziel dieser Zusammenarbeit sei ein Zusammenschluss der beiden Terminmärkte, hatte der Eurex-Chef gesagt. Später wurde diese Aussage dahingehend abgeschwächt, dass es derzeit keine Pläne für eine Ausweitung der Allianz beziehungsweise für eine Fusion gebe.

Die Deutsche Börse AG strebt derzeit eine Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) an, die allerdings inzwischen ein unerbetenes Übernahmeangebot des schwedischen Börsenbetreibers OM Gruppen erhalten hat. Durch die möglichen personellen Vorstandsveränderungen bei der Eurex könnte der "Börsen-Zeitung" zufolge vor dem Hintergrund der geplanten Fusion der Börsenplätze auch die "fein austarierte Balance zwischen Frankfurt und London ins Wanken geraten".

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