"Bis zur WM vergeht eine halbe Ewigkeit"
Nachgefragt: Premiere World-Chef Markus Tellenbach

Markus Tellenbach ist Geschäftsführer von Premiere World. Die Fragen stellt Matthias Eberle.

Die letzten Quartalszahlen waren mit 2,2 Millionen Abonnenten nicht berauschend. Warum kommt Premiere World nicht richtig vom Fleck?

Pay-TV ist ein sehr saisonales und Event-getriebenes Geschäft. Die ersten beiden Quartale sind traditionell schwächer. Das zweite Halbjahr wird ganz anders aussehen. Wir erwarten, dass das Live-Erlebnis Fußball-Bundesliga klare Kaufimpulse setzt.

Um Ihre Planzahl am Jahresende zu erreichen, fehlen 700 000 Abonnenten. Ist der Plan realistisch?

Wir halten weiter an unserem Ziel fest, dass wir bis Jahresende 2,9 Millionen Kunden haben. Nicht allein wegen des Fußballs. Auch deshalb, weil wir im Oktober mit weiteren Kanälen auf Sendung gehen. (Fox Kids, Beate Uhse, d. Red.)

In England brachte exklusiver Livefußball den Durchbruch fürs Pay TV. Gibt es Parallelen?

Nein, die Struktur der Märkte ist nicht vergleichbar. Die Konkurrenz durch Free-TV-Anbieter in Deutschland ist ungleich stärker.

Aber kann der Zuschauer die Leistung Fußball-Bundesliga bei Sat1 nicht weiter bekommen - im bewährten ran-Format.

Nein, kann er nicht. Es geht um Live-Fußball, das ist das Kernstück. Und nicht der 90-minütige Galopp rauf und runter durch die ganze Liga.

Könnte Mister Murdoch ein paar Tipps liefern? Geht seine Partnerschaft über eine reine Kapitalbeteiligung hinaus?

Absprachen gibt es nicht, eine Kooperation schon gar nicht.

Haben bei Ihnen die Sektkorken geknallt, als Deutschland den WM-Zuschlag für 2006 erhielt?

Natürlich hat und das gefreut. Ich bin aber sicher, dass sich auch die Öffentlich-Rechtlichen gefreut haben. Die WM ist ein globales Event, das auch am Rande riesige Aufmerksamkeit schafft - von den Senderechten ganz abgesehen.

Mal angenommen, die Bundesliga würde Premiere World nicht zum Durchbruch verhelfen. Ist die WM 2006 eine Perspektive?

Bis 2006 ist eine halbe Ewigkeit. Wir haben quartalsweise Berichte abzuliefern. Nein, 2006 ist keine Perspektive. Im übrigen: Mit unserer Entwicklung sind wir genauso zufrieden wie unsere Investoren.

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