Bisher Ertragsperle des Siemens-Konzerns
Osram: Schwaches US-Geschäft verdüstert Aussichten

Der zweitgrößte Lampenhersteller der Welt Osram wird nach glänzenden Ergebnissen in den vergangenen Jahren jetzt vom schwachen US-Geschäft gebremst. Niemand wisse derzeit, wann sich die US-Wirtschaft wieder erhole, sagte Osram-Vorstand Jörg Schaefer am Donnerstag in München.

dpa MÜNCHEN. Daher wolle der Konzern keine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2001/02 (30. September) abgeben. Allerdings sei der Lichtmarkt eine Art Konjunkturvorläufer, dies lasse hoffen. Osram war in den vergangenen Jahren eine der Ertragsperlen des Siemens-Konzerns.

Im Geschäftsjahr 2000/01 steigerte der Konzern den Umsatz nur noch um fünf Prozent auf 4,5 Mrd. Euro. Bereinigt um Währungseinflüsse und Erstkonsolidierungen stagnierten die Erlöse. In Nordamerika sank der Umsatz währungsbereinigt sogar um acht Prozent. Der Gewinn brach ein. Wie stark, wollte Schaefer nicht sagen. Osram ist vom US-Geschäft abhängig, da der Konzern mehr als die Hälfte seiner Erlöse in Nordamerika erzielt. Vor allem wegen des geringeren US-Beitrags sank der Osram-Jahresüberschuss im abgelaufenen Geschäftsjahr von 258 auf 257 Mill. Euro.

Auf Grund der unsicheren Situation startete Osram im Oktober ein konzernweites Sparprogramm. "Insgesamt wird sich auch die Anzahl unserer Standorte reduzieren", sagte Schaefer. In den USA wurde bereits im abgelaufenen Jahr die Fertigung an einigen Standorten zeitweise eingestellt. Einschließlich Zeitarbeitskräften sank die Zahl der Beschäftigten in Nordamerika um 14 % auf 12 700 Mitarbeiter. Weltweit stieg die Zahl der Mitarbeiter wegen Neukonsolidierungen und des Wachstums bei Osram Opto Semiconductors um 2630 auf knapp 35 000 Mitarbeiter. Derzeit betriebt Osram weltweit 54 Standorte.

Im laufenden Jahr rechne er bei den Arbeitsplätzen im Inland mit keinen großen Veränderungen, sagte Schaefer. Derzeit beschäftigt Osram hier zu Lande gut 9600 Mitarbeiter. Allerdings hatte der Konzern bereits angekündigt, das Werk der Göttinger Tochtergesellschaft ERG zu schließen. Osram sei der letzte verbliebene europäische Hersteller von Glimmlampen und Leuchtkathodenröhren, sagte Schaefer. Das Geschäft mit den Nischenprodukten lohne sich nicht mehr. Das Werk mit 200 Mitarbeitern werde im nächsten September dicht gemacht.

Osram ist derzeit knapp hinter Philips die Nummer zwei am Lampen- Weltmarkt. Gemeinsam mit General Electric teilen sich die Konzerne zusammen etwa zwei Drittel des Weltmarkts. Osram setzt derzeit vor allem auf neue Technologien wie Leuchtdioden. Der Konzern macht nur noch 11 % seines Umsatzes mit klassischen Glühlampen.

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