Bisher größte Kapitalerhöhung in diesem Jahr auf dem deutschen Kapitalmarkt
Neue Gehe-Aktien kosten 38 Euro

Europas Nummer eins im Pharmagroßhandel, die Stuttgarter Gehe AG, wagt sich mit der bisher größten Kapitalerhöhung in diesem Jahr auf den deutschen Kapitalmarkt.

ajo STUTTGART. Wie Gehe am Mittwoch bekannt gab, können die bisherigen Aktionäre die neuen Aktien für 38 Euro erwerben. Das Bezugsverhältnis beträgt 6:1. Das Volumen der Kapitalerhöhung umfasst brutto 461,7 Mill. Euro.

Analysten bezeichneten den Bezugspreis, der 17 % unter dem Kurs vom Dienstag lag, als aktionärsfreundlich. Allerdings sei es auch keine Überraschung, erklärte Andreas Schmidt von Merrill Lynch. Er rechnet nicht damit, dass der Kurs der Gehe-Aktie belastet wird, auch wenn er am Mittwoch um 0,65 Euro auf 45,7 Euro nachgab.

Insgesamt gibt Gehe gut 12 Mill. Aktien aus. Die Bezugsfrist läuft vom 8. April bis zum 22 April. Die neuen Aktien sind bereits für dieses Jahr Dividenden-berechtigt.

Gehe will nach den großen Zukäufen der letzten Jahre mit der Kapitalerhöhung sein Eigenkapital aufpolstern. Der Pharmagroßhändler hat seit 1992 seinen Umsatz von 2,8 Mrd. Euro auf 17 Mrd. Euro gesteigert. Durch große Zukäufe wie die französische OCP-Gruppe sowie Lloyds Chemists und die AAH-Gruppe in Großbritannien ist Gehe zum führenden europäischen Pharmagroßhändler aufgestiegen.

Seit einiger Zeit baut Gehe als zweite große Sparte den Pharmaeinzelhandel aus und erwirbt Apothekenketten, die anders als in Deutschland in vielen europäischen Ländern erlaubt sind. Auch in den kommenden Jahren hat Gehe hier Expansionspläne, während größere Akquisitionen im Pharmagroßhandel in Europa kaum noch möglich sind. Durchschnittlich will der Vorstand pro Jahr 250 neue Apotheken erwerben.

Viele Analysten haben Gehe auf Kaufen gesetzt. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr das Vorsteuerergebnis um 14 % auf 292 Mill. Euro und den Jahresüberschuss um 58 % auf 271 Mill. Euro steigern können. Thomas Dorsch von der Hypo-Vereinsbank nennt als Kursziel 54 Euro, Schmidt von der Merrill Lynch sieht bei einem Kursziel von 45 Euro "noch Luft nach oben".

Dagegen hat Thomas Schießle vom Bankhaus Delbrück die Aktie auf reduzieren gesetzt: "In der nächsten Zeit dürfte der Kurs erst einmal leiden." Er verweist auf den Verwässerungseffekt durch die Kapitalerhöhung, da der Gewinn pro Aktie automatisch sinkt. Langfristig lohne sich aber für Aktionäre, die Kapitalerhöhung mitzumachen.

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